Vom Gebrauch des Menschen
In Christian Petzolds Filmen wird wenig gesprochen und viel gezeigt: Gesichtslose Stadt- und Landschaftsräume in Wolfsburg oder Jerichow, Durchgangsstationen einer unwirtlichen Moderne, durch die sich Menschen wie Zombies einer entfremdeten Gegenwart bewegen. Gespensterreiche, aufgeladen mit den sprechenden Requisiten einer gleichgeschalteten Konsumwelt. Im Deutschen Theater und bei seiner ersten Bühnenarbeit verzichtet Petzold auf jede konkrete Verortung.
Einen Vanilla Cube in perspektivischer Verjüngung hat er sich von Henrik Ahr bauen lassen, zart changierend ausgeleuchtet und abgeschlossen durch ein Bild des nächtlichen Berliner Urbankrankenhauses, auf dessen strukturelle Ähnlichkeit mit einer ernüchterten Böcklinschen Toteninsel ein Einlegebildchen im Programmheft nachdrücklich hinweist. Bei genauer Betrachtung erweist sich das Bild als Film, in dem in den nächsten zwei Stunden in Echtzeit fast unmerklich der Morgen graut, während Krähenschwärme lautlos über den Kanal vorm Spital flattern.
Eine Zentralperspektive ins Totenreich: genau der Blick, den die drei älteren Schnitzler-Alter-Egos auf ihrem einsamen Weg konsequent verweigern. Lieber starren sie wehmütig zurück, in ...
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Der D 274 ist nicht irgendeiner, es ist der Steinway an sich und in etwa genau so eindrucksvoll, wie man sich eine abweisende Diva vorstellen muss. In Heidelberg, wo die aus Georgien stammende Nino Haratischwili ihr «Liv Stein» jetzt selbst zur Uraufführung gebracht hat, steht der Konzertflügel wie ein Kunstobjekt auf einem Sockel, ist allerdings mit einer dicken...
Besser hätte das Jahr kaum anfangen können. Anfang Februar wurde Birgit Minichmayr mit Martin Kusejs Wiener Inszenierung «Der Weibsteufel» zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Mitte des Monats bekam sie ihren ersten Filmpreis, als die Berlinale-Jury sie für ihre Rolle der Gitti in Maren Ades Beziehungsdrama «Alle anderen» mit dem Silbernen Bären auszeichnete....
Nacht vom 16. auf den 17.2. 2001 und Morgen 6 Uhr 35
Grausam. Gegen 23 Uhr wankte ich zum 1. Mal nach unten, auf der Treppe begegnete ich einer Ärztin, die mich ziemlich verstört den Hosenstall zumachen sah, ich wollte mich einfach richtig anziehen, danach Streit mit demWachmann, der mich nicht in den Fernsehraum lassen wollte, ekelhaft, reine Schurigelei, es sei...
