Vom Gebrauch des Menschen

Arthur Schnitzler «Der einsame Weg»

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In Christian Petzolds Filmen wird wenig gesprochen und viel gezeigt: Gesichtslose Stadt- und Landschaftsräume in Wolfsburg oder Jerichow, Durchgangsstationen einer unwirt­lichen Moderne, durch die sich Menschen wie Zombies einer entfremdeten Gegenwart bewegen. Gespensterreiche, aufgeladen mit den sprechenden Requisiten einer gleichgeschalteten Konsumwelt. Im Deutschen Theater und bei seiner ersten Bühnenarbeit verzichtet Petzold auf jede konkrete Veror­tung.

Einen Vanilla Cube in perspektivischer Verjüngung hat er sich von Henrik Ahr bauen lassen, zart changierend ausgeleuchtet und abgeschlossen durch ein Bild des nächtlichen Berliner Urbankrankenhauses, auf dessen strukturelle Ähnlichkeit mit einer ernüchterten Böcklinschen Toteninsel ein Ein­legebildchen im Programmheft nachdrücklich hinweist. Bei genauer Betrachtung erweist sich das Bild als Film, in dem in den nächsten zwei Stunden in Echtzeit fast unmerklich der Morgen graut, während Krähenschwärme lautlos über den Kanal vorm Spital flattern.

Eine Zentralperspektive ins Totenreich: genau der Blick, den die drei älteren Schnitzler-Alter-Egos auf ihrem einsamen Weg konsequent verweigern. Lieber starren sie wehmütig zurück, in ...

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Theater heute Mai 2009
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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