Vodoo für Wanja
In grauen Arbeitskitteln treten sie vor das Publikum, wie Hausmeister, Elektriker, Verkäufer, fragen: «Was wissen wir eigentlich von der Arbeit? Was wissen wir von ihr und den auflösbaren Bezügen zwischen der Arbeit, dem Sinn unseres Lebens und der Form unserer Gesellschaft?» Das bleibt die Frage des Abends, und dazu wird, mit kräftiger Hilfe von «Onkel Wanja», assoziiert, geforscht, bebildert.
Ein Video auf großer Leinwand zeigt Arbeitsprozesse, Maschinen und Menschen bei der Produktion, das soll vermutlich bedeuten: Sonja und Wanja bewirtschaften eine mittelständische Fabrik, keinen Landsitz. Tatsächlich arbeiten sieht man hier keinen, auch bei Tschechow wird nur geredet. Der Arzt Astrow (Götz Schulte) tritt vor und rattert los von einem Kranken, der ihm weggestorben ist. Neben ihm steht, raucht und hustet fesch dekolletiert Wanjas Mutter (Gabriele Köstler). Den Arzt kümmert die Hustende nicht, völlig befangen in seinem Berufsunglück – unempfindlich seiner Zuhörerin wie später allen Anwesenden gegenüber. Ein kalter Manischer, der sich nur für seinen Wald erwärmt, dessen Karte auf seine Brust gezeichnet ist. Und für Elena, die ebenfalls kalt ist, unerreichbar. Wo warme Gefühle ...
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