American way of kill
Auf der nach republikanischer und demokratischer Ausrichtung hin geteilten rot-blauen Landkarte der Vereinigten Staaten pflanzt das Schauspiel Köln sein Fähnchen der Aufrechten mitten hinein ins Red-Retro-Country. Das Feindbild Bush verlangt nach Engagement – gemäß dem Spielzeit-Motto «Was tun», das ohne Fragezeichen daherkommt und folglich Handlungskompetenz signalisiert.
Allein, man schlägt längst geschlagene Bühnen-Schlachten und feiert billige Siege. Haltung beweisen, das ist das Einzige, wozu man Michael Talke, dem Regisseur von «Orpheus steigt herab», gratulieren kann.
Der will es der engen Moral und Tyrannei des Konformismus mal ordentlich geben. Und hat im Schauspielhaus von seiner Ausstatterin Barbara Steiner das Sternenbanner aufziehen lassen wie für das Plattencover von «Born in the USA», so dass der Gitarre spielende Orpheus in der Schlangenhautjacke als Bruce Springsteen an die Rampe tritt, umwedelt von Cheerleader-Girls und einem Riesen-Bunny, was nun in jeder Hinsicht blanker Unsinn ist.
Der leicht passive Womanizer Val Xavier (Markus Scheumann) aber, der von der tragikumflorten Ladenbesitzerin Lady (Claudia Fenner) und der übrigen lokalen Damenwelt in ihrem ...
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