Versöhnlicher Phantomschmerz
Die gute alte Ost-Platte hat in letzter Zeit viel üble Nachrede, Leerstand und Totalabriss erdulden müssen, da kommt etwas Trost zur rechten Zeit. Der genialische Jungarchitekt Holm zieht freiwillig in eins der dünnwandigen Fertigbaumodule und gewinnt der mangelnden Geräuschdämmung ungeahnte zwischenmenschliche Qualitäten ab: «Muss man sich halt mal anstrengen, dass das Zusammenleben klappt / Wenn die Wände so dünn sind!» Auch Holms Freundin Johanna ist ganz begeistert: «Weißt du was ich am Plattenbau so mag. Die Strenge. Das Asketische. Die Enthaltsamkeit.
» So kann man das also auch sehen.
In Tine Rahel Völckers langtiteligem Stück «Die Höhle vor der Stadt in einem Land mit Nazis und Bäumen» finden sich nach und nach fünf beispielhafte Jungakademiker in der spektakulären Ost-Tristesse und gewinnen ihr interessante Interpretationen ab. Holm, der das Planen und Bauen aufgegeben hat, weil er meint, dass es schon zu viele überflüssige Gebäude auf der Welt gibt, lebt gerne in der architektonischen Null-Lösung, «weil hier das Ende offensichtlich ist, weil hier nichts verheimlicht und beschönigt wird». Seine Freundin Johanna, eine Historikerin mit Forschungsschwerpunkt Hitler, will ...
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Bevor Miles Davis noch einmal zur Trompete greifen darf, endet Alfred Anderschs Hörspielmontage «Der Tod des James Dean» mit markigen Worten: «Verstummen muss das Gequatsche von der Schönheit» – ein verkappter Imperativ der Beatgeneration, die sich noch ein letztes Mal vor ihrem Idol verbeugt: «Alles was er gesagt hat, war rauh. Einfach rauh.» 1959, als man rauh...
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