Versöhnlicher Phantomschmerz

Regie-Entdeckung Tilmann Köhler und die neueste Platten-Dramatik: Tine Rahel Völckers «Die Höhle vor der Stadt in einem Land mit Nazis und Bäumen» in Weimar und Thomas Freyers «Separatisten» am Berliner Gorki Theater

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Die gute alte Ost-Platte hat in letzter Zeit viel üble Nachrede, Leerstand und Totalabriss erdulden müssen, da kommt etwas Trost zur rech­ten Zeit. Der genialische Jungarchitekt Holm zieht freiwillig in eins der dünnwandigen Fertigbau­module und gewinnt der mangelnden Geräuschdämmung ungeahnte zwischenmenschliche Qualitäten ab: «Muss man sich halt mal anstrengen, dass das Zusammenleben klappt / Wenn die Wände so dünn sind!» Auch Holms Freundin Johanna ist ganz begeistert: «Weißt du was ich am Plattenbau so mag. Die Strenge. Das Asketische. Die Enthaltsamkeit.

» So kann man das also auch sehen.

In Tine Rahel Völckers langtiteligem Stück «Die Höhle vor der Stadt in einem Land mit Nazis und Bäu­men» finden sich nach und nach fünf beispielhafte Jungakademiker in der spektakulären Ost-Tristes­se und gewinnen ihr interessante Interpretationen ab. Holm, der das Planen und Bauen aufgegeben hat, weil er meint, dass es schon zu viele überflüssi­ge Gebäude auf der Welt gibt, lebt gerne in der architektonischen Null-Lösung, «weil hier das Ende offensichtlich ist, weil hier nichts verheimlicht und beschönigt wird». Seine Freundin Johanna, eine Historikerin mit Forschungsschwerpunkt Hitler, will ...

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Theater heute Juni 2007
Rubrik: Neue Stücke, Seite 24
von Franz Wille

Vergriffen
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