Randalierst du noch, oder rebellierst du schon?

Christoph Nußbaumeder «Offene Türen»

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Man hat es nicht leicht als Kind von 68ern. Wie furchtbar es ist, im Trubel der Zeitläufte weitgehend igno­riert zu werden, musste sich irgendwann in Theaterstücken bemerkbar machen und kam spätestens dann zum Vorschein, als die heute Dreißigjährigen sich dem Phänomen nicht greifbarer Eltern widmeten – zum Beispiel Rebecca Kricheldorf mit der «Legende vom Nadelbaumkiller» oder jetzt Christoph Nußbaumeder, der in «Offene Türen» den guten Menschen Richard Römer ins Rennen schickt.

Römer missionierte mit «Africa Alive» das vom Bürgerkrieg zerrüttete Erithrea, inzwischen allerdings wird er sowohl vom Friedensnobelpreis als auch dem einzigen Sohn heimgesucht. Dass der Papi damals immer für andere da war, den kleinen Marc aber links liegen ließ, hatte Folgen. Zwar ist Marc inzwischen ein erfolgreicher Werbefilmer, den Vater verkraftet hat er aber noch lange nicht. Also kreuzt er ausgerechnet am Vorabend der Nobelpreisverleihung wie der Rächer aller Nicht-Gemeinten in der Villa der Eltern auf und inszeniert ein perfides Spiel.

Zum Szenarium gehört Mutter Evelyn, die bieder wirkt, in Wirklichkeit aber mit allen Wassern gewaschen ist. Zur Stelle ist auch der treusorgende Privatsekretär des ...

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Theater heute Juni 2007
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Jürgen Berger

Vergriffen
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