Verschiedene Königinnen
Schon im Titel von Elfriede Jelineks «Königinnendrama» «Ulrike Maria Stuart» kündigt sich eine merkwürdige Kombination an.
Denn was um alles in der Welt sollten die RAF-Terroristin Ulrike Marie Meinhof (1934–1976) und die schottische Königin Maria Stuart (1542–1587) außer der etwas schiefen Namensgleichheit wohl miteinander gemein haben? Oder verbindet sie gerade das: dass es ihnen beiden um jenes vermeintlich gewisse, zuletzt tödlich ungewisse «Alles in der Welt» geht?
Elfriede Jelinek hat bei allen historischen Bezügen nicht im Mindesten ein dokumentarisches Stück geschrieben. Abseits billiger RAF-Aufarbeitungs-Mode sucht sie einen anderen Sprach-Weg in deren Unheilsgeschichte. Was sie dabei zum Sprechen bringt, ist die Erinnerung an eine nur schlecht vernarbte Wunde unserer Vergangenheit, eine Erinnerung allerdings, die mit trauriger und erbitterter Wut vermischt ist, wie sich schon aus Jelineks Vorbemerkung herauslesen lässt: «Die Figuren müssen sozusagen fast jeden Augenblick von sich selbst zurückgerissen werden, um nicht mit sich selbst ident zu werden», heißt es da, denn sie seien nur «Produkte von Ideologie», die «quasi neben sich selber herlaufen», böse Masken ihres ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Luk Perceval Katrin Brack und ich, wir arbeiten schon seit 1990 zusammen, 17 Jahre sind das jetzt. Wir waren damals beide an einem Punkt, wo wir das Theater mehr oder weniger satt hatten. Ich wollte weg von jeder Form von Behauptung und suchte nach einer größeren Wahrhaftigkeit; bei Katrin war es ähnlich, sie wollte keine Bühnenbilder mehr, die nur dazu da waren,...
Das Thalia ist ein sehr einfaches Theater. Es fällt schwer, es als außergewöhnlich zu beschreiben. Weil es das nicht ist. Es macht das, was ein Stadttheater machen sollte.
Es definiert sich über ein starkes Ensemble, welches es natürlich über Jahre entwickelt. Natürlich werden zentrale Rollen nie von außen besetzt. Natürlich werden junge Schauspieler über lange Zeit...
Frotzi ist HermaphroditIn. Ihr wiederkehrendes Problem: Sie wacht morgens auf, und ihr Geschlecht ist weg. Zum Glück trifft sie auf ihrer Suche nach einer symbiotischen Beziehung auf Nobbi, einen freundlichen älteren Werwolf («kein problem ich steh dazu»). Man kommt sich näher («wir haben sex und seine äußere Körperform ändert sich ständig»), sehr zum Entsetzen von...
