Ein singender Tumor namens Stalin

Nora Mansmanns «Zwei Brüder drei Augen»

Theater heute - Logo

Frotzi ist HermaphroditIn. Ihr wiederkehrendes Problem: Sie wacht morgens auf, und ihr Geschlecht ist weg. Zum Glück trifft sie auf ihrer Suche nach einer symbiotischen Beziehung auf Nobbi, einen freundlichen älteren Werwolf («kein problem ich steh dazu»).

Man kommt sich näher («wir haben sex und seine äußere Körperform ändert sich ständig»), sehr zum Entsetzen von Wowa, Frotzis verblödetem, dreiäugigen Bruder («kommt überhaupt nicht in frage der werwolf in meiner wohnung»), der sich nicht mehr durch die Ausgangstür nach draußen traut und von apokalyptischen Visionen geplagt ist («pass auf werwolf ich beobachte dich ich hab drei augen ich weiß bescheid»). Vorher sieht er auch den Tod von Dr. Foxy, HNO-Ärztin und Psychotherapeutin, zu der in der Hoffnung auf Heilung alle gehen. 
 

Besonders dringlich sind die Besuche für Nobbi, dem am Kopf ein singender Tumor namens Stalin wächst («dieser körper erlaubt sich ja mal wieder einiges»), welcher immer mehr Besitz von ihm ergreift («so lang ich noch singe geht’s dir noch gut warte bis ich aufhöre chaos statt musik»). Nobbis Therapiewünsche («ich will einen neuen kopf mir reicht’s») finden bei Dr. Foxy wenig Gehör («ich finde nicht dass du ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 161
von Thomas Jonigk

Vergriffen
Weitere Beiträge
Blut, Finsternis und die anderen Plagen

Auf der dänischen Insel Hven kann man eines der ältesten europäischen Observatorien besichtigen. Dort hatte der dänische Astronom Tycho Brahe (1546–1601) mit großzügiger finanzieller Unterstützung seines Königs über zwei Jahrzehnt astronomische Beobachtungen durchgeführt und mit seiner systematischen Himmelsforschung den Grundstein für das heliozentrische Weltbild...

Die Höhepunkte des Jahres

40 Kritiker sind kurz vor Saisonschluss noch einmal in sich gegangen, haben die theatertollen Köpfe durchlüftet und sich nach langem, qualvollen Ringen für ihre Höhepunkte des Jahres entschieden. Ihre Wahl ist wie immer einseitig, ungerecht, egozentrisch – und völlig unfehlbar.

Auf den folgenden Seiten die funkelnden Spitzen der deutschsprachigen Theaterwelt,...

Das erste Mal

Theater heute Liebe Karin Beier, lieber Joachim Lux, lieber Oliver Reese: Sie leiten demnächst oder sehr bald zum ersten Mal selbst ein Theater – und zwar keine kleinen Bühnen in der Provinz, sondern alles erste Häuser. Gratulation! Wenn man so einsteigt, muss man sich überlegen: Wo steht das Theater in der Stadt und in der Gesellschaft – und wo will man selbst...