Ein singender Tumor namens Stalin

Nora Mansmanns «Zwei Brüder drei Augen»

Theater heute - Logo

Frotzi ist HermaphroditIn. Ihr wiederkehrendes Problem: Sie wacht morgens auf, und ihr Geschlecht ist weg. Zum Glück trifft sie auf ihrer Suche nach einer symbiotischen Beziehung auf Nobbi, einen freundlichen älteren Werwolf («kein problem ich steh dazu»).

Man kommt sich näher («wir haben sex und seine äußere Körperform ändert sich ständig»), sehr zum Entsetzen von Wowa, Frotzis verblödetem, dreiäugigen Bruder («kommt überhaupt nicht in frage der werwolf in meiner wohnung»), der sich nicht mehr durch die Ausgangstür nach draußen traut und von apokalyptischen Visionen geplagt ist («pass auf werwolf ich beobachte dich ich hab drei augen ich weiß bescheid»). Vorher sieht er auch den Tod von Dr. Foxy, HNO-Ärztin und Psychotherapeutin, zu der in der Hoffnung auf Heilung alle gehen. 
 

Besonders dringlich sind die Besuche für Nobbi, dem am Kopf ein singender Tumor namens Stalin wächst («dieser körper erlaubt sich ja mal wieder einiges»), welcher immer mehr Besitz von ihm ergreift («so lang ich noch singe geht’s dir noch gut warte bis ich aufhöre chaos statt musik»). Nobbis Therapiewünsche («ich will einen neuen kopf mir reicht’s») finden bei Dr. Foxy wenig Gehör («ich finde nicht dass du ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 161
von Thomas Jonigk

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das Stück, das ein Film sein soll

Dieser Herbst ist wieder mal ein deutscher Herbst. Aber diesmal zieht sich der Herbst schon durch das ganze Jahr. Alle möglichen Leute versuchen auf Teufel komm raus, die Geschichte der RAF für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Jetzt, da die letzten Häftlinge bald ihre Zellen verlassen werden, ist der Kampf um die Deutungshoheit entbrannt. In der Literatur, im...

Fünf von sechs Gründen

Theater heute Zu einem Gespräch über Kultur und Standort und den Kulturstandort Berlin sitzen hier am Tisch André Schmitz, Kulturstaatssekretär in Berlin, und Peter Dussmann. Sie, Herr Dussmann, sind ein sehr erfolgreicher internationaler Unternehmer. Ihre Gruppe hat 2006 1.308 Millionen Umsatz gemacht, überwiegend mit Gebäudemanagement, mit einer Rendite von gut 6...

Thalia des Jahres: Selbstlob

Wie soll man erklären, warum das Hamburger Thalia Theater, nachdem es schon das Berliner Theatertreffen dominierte, schon wieder Theater des Jahres wurde? Am besten zerbricht man sich nicht weiter den Kopf, sondern fragt die Macher selbst: die Schauspieler Judith Hofmann und Helmut Mooshammer, die Chefdramaturgin Sonja Anders und Regisseur Andreas Kriegenburg. –...