Es wird viel geredet
Das Thalia ist ein sehr einfaches Theater. Es fällt schwer, es als außergewöhnlich zu beschreiben. Weil es das nicht ist. Es macht das, was ein Stadttheater machen sollte.
Es definiert sich über ein starkes Ensemble, welches es natürlich über Jahre entwickelt. Natürlich werden zentrale Rollen nie von außen besetzt. Natürlich werden junge Schauspieler über lange Zeit ans Haus gebunden und entwickelt. Natürlich wissen die Schauspieler lange im voraus, was sie spielen werden.
Und natürlich bietet das Theater dem Ensemble Kontinuität über Jahre, in der Zusammenarbeit mit starken und sehr gegensätzlichen Regisseuren. Und selbstverständlich ist das Thalia immer auf der Suche nach jungen Regisseuren und bietet ihnen Bühne und Ensemble. Fast alle Inszenierungen neben denen der vier Hauptregisseure Stephan Kimmig, Armin Petras, Michael Thalheimer, Andreas Kriegenburg werden von den «Jungen» gemacht, die Liste derer, die sehr frühe oder gar erste Arbeiten am Thalia inszeniert haben, ist überraschend lang.
Natürlich pflegt das Thalia lange Arbeitsbeziehungen mit Autoren. Von Dea Loher kamen in den letzten Jahren 12 ihrer Texte zur Aufführung, die meisten als Uraufführung. Dass das Ensemble ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Thalia des Jahres: Selbstlob, Seite 50
von Andreas Kriegenburg
Das ist das? Ist dick, rollt, wackelt und wippt, tanzt plötzlich zierlich und graziös? Das ist der Bruder von den drei Schwestern.
Was ist das? Hängt kopfüber in fünf Seilen und schaukelt und ist schwarz? Die Töchter von Bernarda Alba.
Wie kann das sein? Ein grünes Kleid, das blutet, das Blut auswäscht, bis es hautfarben am Körper klebt, aussieht wie nackt?
Wer...
... waren unsere 40 Kritiker in dieser Spielzeit ganz sicher: Eine satte 18-köpfige Mehrheit kürte Ulrich Khuons Hamburger Thalia Theater zum Theater des Jahres. Vor dem Berliner Maxim Gorki Theater mit 4 Voten liegt auf Platz 2 mit ehrenvollen 6 Stimmen das Deutsche Theater in Berlin, das sich außerdem freuen kann, die Inszenierung des Jahres gewagt zu haben,...
Die Russen sind endgültig im Westen angekommen. Moskau ist kapitalistischer, dynamischer und luxuriöser als jede deutsche Stadt. Auch die Provinz ändert sich, langsamer zwar, aber unaufhaltsam. Der vom Westen eingeklagte Mangel an Demokratie ist nicht das, was die meisten Russen bewegt. Längst ist auch der Normalbürger an das globale Geflecht der Waren- und...
