Vergangenheit en gros
Links und rechts hängen, stehen und ticken sie: Wanduhren, Standuhren, Kuckucksuhren aus Holz, Metall, Plastik. Hier hat jemand nicht nur Omas Dachboden ausgeräumt, sondern auch gleich den ihrer Nachbarn und Bekannten. Agnes heißt die Frau, die sich auf kleinteilige Nachlassverwaltung spezialisiert hat. Gelangweilt von ihrem Leben mit Mann und Tochter in spießiger IKEA-Gemütlichkeit, beginnt sie, Dinge zu horten. Fleißig studiert die gute Frau nun Zeitungsannoncen und vergnügt sich bei Haushaltsauflösungen.
«Der Nachlass» ist der dritte Theatertext der Münchner Autorin Maja Das Gupta und ihre erste Uraufführung. Ricarda Beilharz, von Haus aus Bühnenbildnerin, hat daraus in Wiesbaden ein Ausstattungsstück gemacht. Das bietet sich an, schließlich geht es um die scheinbar endlose Vermehrung von Dingen, die in diesen Stückzahlen kein Mensch braucht. 99 Vasen schleppt Agnes (Franziska Geyer) nach Hause, wo Ehemann Rudi (Wolfgang Böhm), ein dröger Kleinmanager bei Siemens, tagtäglich mit einem Blumenstrauß aufwartet. Diese routinierte Ehekosmetik wird er aber bald aufgeben, denn gegen die Sammelwut seiner Frau lässt sich nicht mehr mit Blumen sprechen. Selbst ist der Mann, und so versucht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Irgendwo im weiten Land, mitten in der Steppe: Mirja und ihr gehbehinderter Mann Sascha leben auf einem schwer zu bewirtschaftenden Bauernhof und sind seit langer, vielleicht allzu langer Zeit ein Paar. Ihr Nachbar Palle ist ein Intellektueller auf Rückzug, der glaubt, ein Buch schreiben zu müssen. Eines über die Einsamkeit, die selbst gewählte natürlich, denn aus...
Dieser Woyzeck hätte eigentlich ein leichtes Spiel und könnte sich ohne große Not aus seiner Lage befreien. Alle, die ihm Böses wollen, sind nämlich nicht ganz richtig in der Birne: Der Doktor (Peter Reisser) ist ein Zwangsneurotiker und durchgeknallter Rationalist, dem die Wissenschaft und das Denken das Hirn verklebt haben; der Hauptmann (Sascha Römisch) eine...
Talente 1
Das Internationale Forum des Berliner Theatertreffens vom 8. bis 21. Mai sucht auch 2007 «professionelle TheatermacherInnen, die künstlerisch im Bereich Schauspiel arbeiten (bis 35 Jahre)». Geboten wird ein Theatertreffen-Komplettpaket mit Theaterkarten, Unterkunft, Reisekosten und Tagegeld sowie vier Workshops unter dem Motto «Das politische Theater»....
