Pastiche mit dunklen Schatten

Schwache Figuren, starkes Konzept: Steven Soderberghs «The Good German» mit George Clooney und Cate Blanchett

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In den ersten Jahren nach 1945 war Berlin eine schwarzweiße Stadt. Die Kameraleute, die in den Ruinen arbeiteten und den Menschen dabei zusahen, wie sie den Schutt des Untergangs wegräumten, drehten in Schwarzweiß. Billy Wilder, der mit Marlene Dietrich in die Stadt kam, um die Komödie «A Foreign Affair» zu drehen, filmt ebenfalls in Schwarzweiß. Die Trümmerästhetik der Wochenschauen vertrug sich dabei gut mit dem klassischen amerikanischen Studio-Kino, das ebenfalls bis in die vierziger Jahre nur ganz selten in Farbe gearbeitet hatte.

Berlin (und Wien) wurden unter alliierter Besatzung zu Zonen des Zwielichts, dominiert von Schiebern und Prostituierten, und wenn man sich heute an diese Zeit zu erinnern versucht, fällt es schwer, zwischen filmischem Dokument und einem Thriller wie «Der dritte Mann» zu unterscheiden. 

Diese Überlagerung von Zeitgeschichte durch Filmgeschichte ist ein ideales Motiv für einen cinephilen Regisseur wie Steven Soderbergh, der mit «The Good German» nun eine große Reminiszenz an die Filme in Schwarzweiß und an die Dramen der goldenen Ära Hollywoods vorlegt. George Clooney spielt darin den Reporter Jake Geismar, der für «The New Republic» von der Potsdamer ...

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Theater heute März 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 64
von Bert Rebhandl

Vergriffen
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