Vaterworte, Zukunftsangst und Spaß am Beklagen

In Düsseldorf treffen Profis und Laien auf Kafkas Erzählungen. Außerdem frisch überschrieben: «Frühlings Erwachen» und «Drei Schwestern», inszeniert von Andreas Kriegenburg, Bonn Park und Katharina Bill

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Gezwitscher, Gesäusel, Gemurmel – Kafka versteht die Menschen nicht, die hinter ihren Pappköpfen wie Vögel mit wortlosen Lauten sprechen. Als einziges freies Gesicht zwischen grauen Maskenmenschen irrt Franz Kafka in einem schwarzen Wald aus blattlosen Bäumen umher. Die Türen zu dem hohen, gerahmten weißen Raum sind für alle anderen offen, nur für ihn sind sie vermauert. Wegweiser zeigen in gegensätzliche Richtungen, aber alle zeigen nur Wege zum Ich, die nicht gangbar sind.

Wer den Richtungspfeilen folgt, kann nur zerrissen enden: ein Einzelner rettungslos im Doublebind von Anpassung und Selbstverwirklichung gefangen.

Andreas Kriegenburg hat in Düsseldorf ein Konglomerat aus Kafkas Erzählungen auf die Bühne gebracht, als Regisseur und Bühnenbildner. Leitkonzept ist der Traum, entsprechend ist dieser Kafka, gespielt von Pauline Kästner, immer doppelt, als Träumender und als geträumte Figur, als Franz Kafka, Gregor Samsa oder Georg Bendemann. Kriegenburg meint, die Generation der heute 20-Jährigen könne sich in Kafkas ausweglosen fantastischen Welten wiederfinden.

So springt die Inszenierung von einer Erzählung zur nächsten, von «Der Verwandlung» zu «Das Urteil» und ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 21
von Gerhard Preußer

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