Davon geht die Welt nicht unter!
«In der Wüste von New Mexico, unter Pferden, lernte ich die Freiheit kennen», schrieb J. Robert Oppenheimer 1921 in New Mexico. Gut 20 Jahre später wurde dieser Ort, Los Alamos, zur streng geheim gehaltenen Geburtsstätte der ersten Atombombe, die unter Oppenheimers wissenschaftlicher Leitung gebaut wurde. – «Jetzt bin ich der Tod geworden. Der Zerstörer von Welten», kommentierte er ihren ersten erfolgreichen Test in der Wüste am 16. Juli 1945. Wie Recht er damit haben sollte, zeigte sich wenige Wochen später, als die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki fielen.
Im Foyer des Theater Thikwa in Kreuzberg sind einige Stationen aus dem Leben des US-amerikanischen Physikers ausgestellt: Ein Blick in die Wüstenlandschaft mit Pferden, seine Ehefrau Kitty, ein Atompilz, alles aus Schaumstoff ausgeschnitten und geklebt, wie auch die Objekte und Requisiten, die später in der Aufführung «Crazy X Oppenheimer» mitspielen.
Wer oder was ist hier «crazy»?
Die Auseinandersetzung mit der ultimativen Existenzbedrohung für die Menschheit und ihrem Schöpfer ist die erste Kooperation zwischen dem Berliner Puppen-Theater Helmi und dem inklusiven Thikwa. Das ist wenig erstaunlich, denn das Thikwa kooperiert ...
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Theater heute März 2026
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Anja Quickert
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