Untergeher auf großer Fahrt

Im Hamburger Schauspielhaus starten Karin Beier und ihr Ensemble ihre nächste Antiken-Expedition: Roland Schimmelpfennigs Argonauten-Mehrteiler «Fremde Sonne I–III» verhandelt die Moderne auf mythischer Folie

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Iason, um mit dem griechischen Held, Ehebrecher und finalen Jämmerling anzufangen, hatte keine einfache Kindheit. Der Sohn eines abgesetzten Königs wuchs in der Höhle des Cheiron auf, ein Zentaur, also Mischung aus Pferd und Mensch. Dieses Fabelwesen war äußerst gebildet nicht nur in Philosophie und Heilkunst, mit daraus abgeleitet reichlich pessimistischem Menschenbild, sowie leider auch zynischer Vollalkoholiker, jederzeit gewaltbereit und obendrein pädophil. Cheirons Höhle war eine Art antikes Internat für zukünftige Helden wie z.B.

Achilles, und eine Erziehungsanstalt für schwarze Pädagogik und Missbrauch in voller Blüte.

Irgendwann wurde es dem schließlich fast erwachsenen Iason zu viel, und zusammen mit Herakles, der dort als wahnumnachteter Hausmeister herumspukte, erschlug er Cheiron und ging nach Iolkos, seinem eigentlichen Königreich. Soweit zumindest Roland Schimmelpfennig, der zu Beginn seiner Argonautensaga «Fremde Sonne» durchaus einige Mühe hat, die vielfach versponnenen Handlungsstränge der mythischen Vorlagen auf eine fortlaufende Erzählstricknadel zu fädeln.

They did it again
Denn nach der fünfteiligen Hamburger Antikenstaffel «Anthropolis» 2023/2024 über die ...

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Theater heute November 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Franz Wille

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