Plündern ohne Meta-Ebene

Jan-Christoph Gockel beschäftigt sich zur Spielzeit-Eröffnung am Schauspiel Frankfurt in «Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk» weiter mit der Idiotie des Krieges

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Es geht wie bei Jan-Christoph Gockel üblich um die großen Fragen. Auch dieses Mal, nach seinem gefeierten «Wallenstein» an den Münchner Kammerspielen über den russischen Söldnerführer Jewgeni Prigoschin und den Kriegsherrn Wallenstein, interessiert er sich für die Mechanismen des Krieges. Nur sind jetzt nicht die wenigen da oben im Fokus, die Befehlshaber, sondern die vielen da unten, die Rädchen, die den Krieg am Laufen halten. Von dem sie nichts haben außer den Tod.

Dafür greift der Regisseur auf die Figur des Soldaten Schwejk aus dem unvollendeten Roman «Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk» von Jaroslav Hašek zurück, der kurz nach dem Ersten Weltkrieg entstand. Er erzählt von einem tschechischen Hundehändler, der als Soldat eingezogen wird und Befehle so übertrieben pflichtbewusst oder wortwörtlich ausführt, dass er dadurch immer wieder absurde Situationen und Pannen auslöst. Ein antimilitaristischer Schelmenroman über einen, der keinen direkten Widerstand leistet, dafür mit dem Leben davonkommt und zugleich den Krieg selbst als idiotisch vorführt. Kein Wunder, dass der Kriegsgegner Bertolt Brecht sich für diesen widerständigen Anti-Held interes -sierte und sie in seiner ...

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Theater heute November 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 28
von Grete Götze

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