Unter Weltverbesserern
Plötzlich fügt sich das Puzzle doch zusammen, verknüpfen sich die losen Enden. Was haben der Borkenkäfer, Fichten-Monokulturen, der Holzvollernter und die Ökosystemdienstleistungsgebiete, was die ausgestorbenen Arten, Nachhaltigkeitsprobleme und Trockenheit, nicht zu vergessen apokalyptische Naturphilosophie mit der Krankenhaus- und Psychiatrielinie zu tun, die sich im Text auftut? Was mit den Familientelefonaten, einem überforderten Gesundheitssystem, neurobiologischen Bemerkungen und der schicken neuen Villa des Landeshauptmanns? Auch die Globalisierung spielt eine Rolle.
Ja, wie passt das alles in Thomas Köcks «Solastalgia» zusammen?
Schrecklich einfach, aber erst die letzten Minuten verraten es: Denn der pulsierende Wirtschaftsstandort, den der besagte Landeshauptmann passenderweise in einer Preisurkunde für das Autor-Ich lobt, er hat seinen Preis. Dazu gehören nämlich jene Fichtenmonokulturen, die wiederum den Borkenkäfer einladen, weshalb abgeholzt werden muss, was für ein Überangebot sorgt, das den Holzpreis fallen lässt, weshalb der Autor-Ich-Vater, der ohnehin unter einer bipolaren Störung leidet, zusätzlichen Stress bekommt, weil sein Holzlager immer wertloser wird, ...
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Theater heute 11 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 22
von Franz Wille
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