Fünf vor zwölf

Robert Wilson «H – 100 Seconds To Midnight» am Thalia Theater Hamburg

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Irgendwann steht Jens Harzer an der Rampe und erzählt Naturwissenschaftler-Witze. «Was soll man machen, wenn man ein hellgrünes Alien sieht? Warten, bis es reif ist.» Dann lacht er affek -tiert, und die Zuschauer:innen im Hamburger Thalia Theater lachen freundlich mit. Das gibt einen kleinen Hinweis darauf, wie viel das Publikum Robert Wilson zu vergeben bereit ist. Im Zweifel sogar total unlustige Flachwitze. 

Wilson und das Thalia, das ist eine lange Liebesgeschichte.

Unter Jürgen Flimm hatte der heute 81-Jährige dem Haus ab Mitte der 1980er einen Weg in die Postdramatik eröffnet, für viele Hamburger:innen zählen Inszenierungen wie «The Black Rider» (1990), «Alice» (1992) und zuletzt «POEtry» (2000) zu Höhepunkten ihrer Theaterbiografie. Und solch eine Liebe gibt man nicht auf, auch wenn Wilson mit zunehmendem Alter immer mehr in Richtung Manierismus tendiert – die Gastspiele seiner Inszenierungen in der Hansestadt sind jedenfalls traditionell ausverkauft. Entsprechend ist es auch eine Verbeugung vor der Geschichte des Hauses, dass der aktuelle Thalia-Intendant Joachim Lux Wilson noch einmal zu einer eigenen Inszenierung an der Alster verpflichten konnte: «H – 100 Seconds To ...

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Theater heute 11 2022
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Falk Schreiber

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