Über Stock und Stein
Theater heute Das Leitmotiv von «Theater der Welt» 2005 heißt «Heimweh nach der Zukunft». Klingt ein bisschen elegisch.
Marie Zimmermann Ein bisschen Gefühl und Ironie hat noch selten geschadet. Eine Floskel dafür, dass Kultur immer auf verschiedenen Zeitebenen spielt. Die Echtzeit des globalen Marktes, an dem wir angeblich alle teilhaben, heißt ja nur, dass man von jedem Rechner dieser Welt 24 Stunden lang an irgendeiner Börse der Welt handeln kann. Das sagt über den Erfahrungshorizont des Subjekts, das an dem Rechner sitzt und makelt, noch gar nichts.
Davon jedoch erzählen die Kulturen in einer unterschiedlichen Ausrichtung auf der Zeitachse. Auch in unterschiedlichen Verwandtschaftsverhältnissen der Zeitebenen untereinander. Die Brüche und Kontinuitäten zwischen einer europäischen linearen Zeit, die immer nach vorne zielt, und kreisförmigen Vorstellungen des Wiederkehrens, die andere Kulturen kennen, kann man an einem so merkwürdig unzeitgemäßen Ort wie Stuttgart gut verknüpfen: Das Schwäbische ist auch nicht wegen seiner Schnelligkeit bekannt, sondern eher wegen seiner Stetigkeit. Außerdem hat man hier nicht vergessen, dass dieses Land bis weit in die sechziger Jahre des ...
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