Beschwipst vom heiteren Glanz
Schampus für alle. Die Party steigt im Schauspielhaus. Champagner-Flaschen gehen durch die Reihen, die Schauspieler begrüßen die Zuschauer wie alte Bekannte: «Schön, dass ihr da seid.» Die Bühne ist sowieso nur die Fortsetzung des Zuschauerraums mit anderen Mitteln (oder umgekehrt), dessen Holztäfelung wurde auf der Bühne weitergeführt, dort stehen die Stühle auch schon aufgereiht für eine Präsentation. Inszenierung ist überall, alles ist Show. Der Kitt des Sozialen ist permanente Performanz. Was uns zusammenhält ist das, was wir uns vorspielen.
Matthias Hartmanns Abschiedsinszenierung nach fünf Jahren Intendanz in Bochum macht endlich Schluss mit dem deutschen Missverständnis, Molières «Menschenfeind» sei eine Tragödie. Pure Unterhaltung, eine Komödie ist es schließlich. Doch warum gibt es da diesen Alceste, diesen nörgelnden, inkonsequenten Moralisten? Er stürmt herein, schlägt mit der Faust auf den Plattenspieler, kämpft verzweifelt mit der unzerbrechlichen Vinyl-Platte. Ein komischer Berserker im aussichtslosen Kampf gegen das, was uns gefällt. Michael Maertens ist ein exzellenter Komiker: deutlich, ohne allzu störende Übertreibung, noch in der schlimmsten Verzweiflung so ...
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Geschlossen» signalisieren wuchtig schwarze Lettern auf dem Vorhang. Doch die Drohgebärde gilt, gelegentlich aufflackernden Prophezeiungen zum Trotz, nicht dem liebenswert winzigen Theaterchen mit seinen knapp 300 Plätzen zu Füßen der Heideksburg. Gemeint ist ein ehemaliger Schweinestall, irgendwo in einem gottverlassenen östlichen Landstrich, in Oliver Bukowskis...
Kann man Äpfel mit Birnen vergleichen? Natürlich kann man. In beiden Fällen handelt es sich um Früchte, die aus Schale, Fruchtfleisch und einem Gehäuse bestehen. Wie aber steht es um Nazi-Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika nach den Anschlägen des 11. September? Ist auch hier eine sinnvolle Vergleichsbasis, ein tertium comparationis gegeben?
Talbot...
Der Skandal blieb aus, «die» Entdeckung ist es dann aber auch nicht gewesen: Als das Theater in Erlangen ankündigte, ein ausgegrabenes Stück des kommunistischen jüdischen Publizisten Alfred Kantorowicz (1899– 1979) uraufzuführen, das auch noch drohend den nackten Titel «Erlangen» trägt, witterten manche Bürger in einer Inszenierung des 1929 geschriebenen Dramas...
