Abgrund der Ernüchterung
Geschlossen» signalisieren wuchtig schwarze Lettern auf dem Vorhang. Doch die Drohgebärde gilt, gelegentlich aufflackernden Prophezeiungen zum Trotz, nicht dem liebenswert winzigen Theaterchen mit seinen knapp 300 Plätzen zu Füßen der Heideksburg. Gemeint ist ein ehemaliger Schweinestall, irgendwo in einem gottverlassenen östlichen Landstrich, in Oliver Bukowskis Nachwendedrama «Gäste» mit Fleiß und Mühe zum «Hotel» umfunktioniert.
Zum bitteren Ende wird der Status quo wiederum vermeldet. Und diesmal ist es das Todesurteil.
Keine blühende Landschaft, keine florierende Kneipe, keine besserverdienenden landlufthungrigen Touristenschwärme. Vorbei die Hoffnung, vorbei auch die mit zusammengebissenen Zähnen verteidigte Illusion, der rechte Eifer zahle sich schon aus. Vorbei die sich aller Wirklichkeitserfahrung borniert verweigernde Selbsttäuschung, vor deren zerstörerischem Gift seine zuweilen unbelehrbaren Landsleute immer und immer wieder zu warnen Bukowski nicht müde wird. «Das ist jetzt so, die Unbeweglichen sind gleich mausetot. Wir sind beweglich», beteuert Erich, Hotelier in spe, selbstbewusst seinem zierlichen Frauchen. Welch ein Irrtum.
Doch noch scheint alles möglich. In ...
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Dieser Parzival ist ein Pumuckl. Nicht äußerlich, da sieht er eher aus wie Mogli aus dem Dschungelbuch, ein nacktes Jüngelchen mit windelartigem Schurz. Aber innerlich. Ein Lausbub von begrenztem Intellekt, dafür mit ausgeprägter Klabauterschläue. Ein sympathischer Egoist, der zwar von Gott redet als einem Baum, dessen Blatt er ist, für den in Wahrheit aber dieses...
Kann man Äpfel mit Birnen vergleichen? Natürlich kann man. In beiden Fällen handelt es sich um Früchte, die aus Schale, Fruchtfleisch und einem Gehäuse bestehen. Wie aber steht es um Nazi-Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika nach den Anschlägen des 11. September? Ist auch hier eine sinnvolle Vergleichsbasis, ein tertium comparationis gegeben?
Talbot...
CharakterdarstellerInnen flimmern vorbei. Diese Kolumne soll immer eine oder einen herausgreifen und bei der Arbeit beobachten, bekam aber in Vivian Naefes Keyserling-Verfilmung «Wellen» niemanden zu fassen. Sunnyi Melles, Christian Grashof, Marie Bäumer, Monica Bleibtreu und natürlich Matthias Habich tauchten alle auf und vermittelten durch ihre reine Anwesenheit...
