Abgrund der Ernüchterung
Geschlossen» signalisieren wuchtig schwarze Lettern auf dem Vorhang. Doch die Drohgebärde gilt, gelegentlich aufflackernden Prophezeiungen zum Trotz, nicht dem liebenswert winzigen Theaterchen mit seinen knapp 300 Plätzen zu Füßen der Heideksburg. Gemeint ist ein ehemaliger Schweinestall, irgendwo in einem gottverlassenen östlichen Landstrich, in Oliver Bukowskis Nachwendedrama «Gäste» mit Fleiß und Mühe zum «Hotel» umfunktioniert.
Zum bitteren Ende wird der Status quo wiederum vermeldet. Und diesmal ist es das Todesurteil.
Keine blühende Landschaft, keine florierende Kneipe, keine besserverdienenden landlufthungrigen Touristenschwärme. Vorbei die Hoffnung, vorbei auch die mit zusammengebissenen Zähnen verteidigte Illusion, der rechte Eifer zahle sich schon aus. Vorbei die sich aller Wirklichkeitserfahrung borniert verweigernde Selbsttäuschung, vor deren zerstörerischem Gift seine zuweilen unbelehrbaren Landsleute immer und immer wieder zu warnen Bukowski nicht müde wird. «Das ist jetzt so, die Unbeweglichen sind gleich mausetot. Wir sind beweglich», beteuert Erich, Hotelier in spe, selbstbewusst seinem zierlichen Frauchen. Welch ein Irrtum.
Doch noch scheint alles möglich. In ...
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