Über Leben im Umbruch
In meinem Pankower Hinterhof wohnen seit ein paar Wochen neue Mieter. Junge Leute, wie nur noch selten im Kiez. Sie sind knapp zwanzig Jahre alt, tragen schwarze Klamotten, sitzen im Hof beim Bier und hören laute Musik. Die Musik stört mich weniger, dafür bin ich zu selten zu Hause, aber ein riesiges gelbes Ortseingangsschild, das sie unter ihren Wohnungsfenstern aufgestellt haben, weckt mein Interesse. Darauf steht: SEIFFEN Kreis Marienberg Bez. Karl-Marx-Stadt – ihrem Dialekt nach die Stadt ihrer Herkunft.
Wieso stellen sie 2009 dieses alte Schild in den Hof? Trödelromantik, Ostalgie oder Heimweh? Ich stelle mir für einen Moment sämtliche Höfe Berlins mit den unterschiedlichsten Ortseingangsschildern seiner zugezogenen Bewohner vor und finde den Gedanken amüsant. Im idyllischen Hinterhofgrün des sanierten Szenebezirks würden wieder Geschichten einziehen über verlassene Städte, Familien und Landschaften.
«Ich weiß, was ich nicht will. / Gratuliere. Soweit bin ich auch. / Wo ist dein Problem? / Gibt keins. / Schön.» Daniel und Ina waren einmal ein Paar. Nach der Schule hatten sie gemeinsam ihre Kleinstadt verlassen. Ina studiert in der Metropole. Zum Geburtstag des Großvaters ...
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Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Stücke der neuen Spielzeit, Seite 164
von Andrea Koschwitz
Inzwischen haben sie sich durchgesetzt, die «Nuller Jahre», als Bezeichnung für das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. Was soll man auch sonst sagen? Die Vorzehner? Die Nulligen? Aber so rund und abgeschlossen wie die «Zwanziger» wird es nie klingen. «Die Sprache hat hier ein Loch», meint ganz lakonisch Professor Heinrich Dingeldein vom Deutschen Sprachatlas...
1989 hat vieles verändert, aber vieles auch nicht: zum Beispiel die unverbrüchliche Begeisterung von Dramaturg(inn)en für neue Stücke. Ein Einblick in die noch unaufgeführten Texte der nächsten Saison – aus Liebhabersicht.
90 Prozent des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Die im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln unschlagbar günstigen Transportkosten, die durch die Konstruktion immer größerer Containerschiffe und Erdöltanker noch weiter sinken werden, sind Voraussetzung für die Entwicklung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs und jener nahezu uneingeschränkten...
