Über alle Hoffnung erhaben
Mehr Steuern, weniger Ausgaben. Frankreich geht es nicht anders als anderen Ländern, es muss gespart werden. Mit Ach und Krach und viel zu spät hat Premier François Bayrou seinen Staatshaushalt durchgedrückt, der 50 Milliarden Euro einbringen soll, 20 Milliarden über zusätzliche Steuern, 30 Milliarden durch Kürzungen in den Ministerien. Für die Kultur bedeutet das nichts Gutes. Zumal auch die Regionen – die die Hauptlast der Kultursubventionen tragen – massiv abbauen.
«Man muss die Axt nehmen und [die öffentlichen Ausgaben] zerlegen», fordert etwa Valérie Pécresse, die Präsidentin der Region Ile-de-France, wo wichtige Theater wie die von Saint-Denis, Nanterre und Aubervilliers stehen. Pécresse war Staatsministerin unter Nicolas Sarkozy und ist eine Bewunderin von Elon Musk («Ich habe davon geträumt, Elon Musk tut es», schrieb sie auf X) wie offensichtlich auch des argentinischen «Kettensäge»-Präsidenten Javier Milei.
Aber auch sozialistische Regionalregierungen bleiben vom Sparprogramm nicht verschont. Der Unterschied liegt einzig darin, dass sie es nicht als Kulturkampf verstehen. So hat das sozialdemokratisch regierte Departement Hérault seinen Kulturetat für 2025 um die Hälfte ...
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Theater heute April 2025
Rubrik: International, Seite 40
von Andreas Klaeui
Im oberen Stock des Gebäudes der Malzfabrik in Berlin-Tempelhof ist es dunkel, nur an den Seiten der schwarzen Rollos blitzt goldenes Abendlicht herein. Ein heißer Sommertag hat dem Raum unterm Dach ordentlich eingeheizt. Vorhänge aus Vlies-Gewebe, Spiegelfolie und Laser-Gaze teilen ihn in Flure und Kammern. Videoprojektionen, etwa von stark vergrößerten...
Es ist das Ende, auf das man hier hinfiebert. Schiller hatte für «Die Verschwörung des Fiesco zu Genua» gleich drei in petto: In dem einen wird der Volkstribun und Verschwörer zum Republikaner, in den beiden anderen bringen die Republikaner den Möchtegern-Fürsten um die Ecke, entweder ertränkt vom Gewicht des Hermelin oder schnöde durch den Dolch. Oh Brutus....
Das Adjektiv «entschieden» ist fast eine Untertreibung dessen, was man aktuell am Hessischen Staatstheater wagt: Man setzt das Publikum nicht einfach nur einer über einstündigen, nonverbalen Darstellung aus, sondern zeigt das Ganze auch noch konsequent in Slow Motion. Marie Schleefs Uraufführung von «ER PUTZT», Valeria Gordeevs Gewinner-Text beim Ingeborg...
