Wie geht Stille auf der Bühne?

Anne Stein hat am jugendfrischen Münchner Volkstheater schon einiges in Bewegung gesetzt und ist nun neugierig darauf, auch mal mit Älteren zu spielen

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Am Schluss darf sie endlich reden, allein – ein Moment der Klarheit aus der Distanz oder gar Isolation, denn zumindest auf der Bühne hört ihr da keiner mehr zu. Davor macht Heinrich von Kleists aberwitziges Enthüllungsdrama vom Beginn des 19.

Jahrhunderts in anderthalb Stunden voll turbulenter Komik und unterschwelliger Gewalt die Me-Too-Debatte von heute beinahe zu einem Déjà-vu: Ein Amtsträger, der seine Macht missbraucht, sein Opfer erst durch Versprechungen anlockt, mit Drohungen erpresst und schließlich wohl gewaltsam nötigt … «Der zerbrochne Krug» hat das längst alles in seine hellsichtig schonungslose Logik gepackt.

Anne Stein spielt Eve Rull, die eigentlich Geschädigte in Kleists Lustspiel, mit einer scheuen Kraft und Konzentration von innen heraus und zugleich, als beobachte sie sich selbst von außen. Während Pascal Fligg als Dorfrichter Adam sich, anfangs tollpatschig und dann zunehmend gefährlich, in den Netzen seiner ehrgeizigen Jäger verheddert, bleibt sie wie unbeteiligt bei sich, steht abseits oder legt sich schon mal unter den Verhandlungstisch. Und doch spürt man jeden Augenblick ihre Verletzung und den Druck, der sie zum Schweigen bringt.

Regisseur Mathias Spaan ...

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Theater heute April 2025
Rubrik: Akteure, Seite 28
von Silvia Stammen

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