Typisch Frauenfall
Streng genommen dürfte das neue Stück von Elfriede Jelinek natürlich nicht «Über Tiere» heißen, sondern «Wie die Tiere», schließlich geht es um Menschen. Andererseits gibt es «Wie die Tiere» schon, so heißt der vorletzte Brenner-Krimi von Wolf Haas, und die bekennende Haas-Verehrerin Jelinek kennt ihn natürlich.
Es geht dabei um einen Hundemörder im Wiener Augarten, aber Nebensache, und bald sitzt der Brenner, ein phlegmatischer John Wayne der österreichischen Landespolizei, mit der polnischen Prostituierten Magdalena in einer kleinen Wohnung über dem White Dog: «Beim Frühstück gibt es in einer Ehe immer die zwei Parteien, die eine tendiert zu Ruhe und Zeitung, die andere wünscht sich Gespräche und Lies-mir-wenigstens-das-Horoskop-vor. Ich weiß nicht, ob dir das auch schon aufgefallen ist, aber heute werden sich ja Männer und Frauen immer ähnlicher, und da ist es umso wichtiger für die Kinder, dass sie noch unterscheiden können, den mit dem Horoskop und den mit dem dumpfen Geschau.» Eigentlich ist da schon alles drin, was in «Über Tiere» auch vorkommt: die Prostituierten, das Verbrechen, der Geschlechtertausch, das Abgründige und vor allem – die Liebe. Aber jetzt zur Jelinek.
Natürl ...
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