«Wir reden ein bisschen …»
Ennio Morricone ist genervt. Der Rummel um seine Person seit dem Oscar, die zahllosen Interviews, die Fernsehauftritte, die späte und unerwartete Popularität im eigenen Land – Morricone ist es gewohnt, inkognito zu leben und zu arbeiten. Bis vor kurzem konnte er selbst in seiner Heimatstadt Rom nahezu unerkannt herumlaufen: ein Weltstar, den keiner kannte. Jetzt ist alles anders geworden. Die Italiener entdecken ihr neues Idol.
Auf großen Plakaten feiert die Cinecittà-Holding Ennio Morricone für seinen plötzlichen Ruhm, in dessen Glanz sich nun auch Italiens Filmwirtschaft wieder ein bisschen sonnen darf. «Grazie Maestro. E benvenuto Oscar.» Die Buchläden dekorieren ihre Schaufenster mit Morricone-Plakaten und CDs, an den Kassen sind Extra-Stände mit alten und neuen Produkten aufgebaut. «We all love Morricone» heißt eine hurtig zum Anlass produzierte Kompilation, auf der Künstler aus Rock, Pop und Klassik in erstaunlicher Qualität dem Maestro ihre Liebeserklärung machen, indem sie seine Stücke interpretieren. Nicht zuletzt, um diese CD zu promoten, lässt sich Morricone in diversen Talkshows blicken und gibt geduldig Auskunft über sein Leben und seine Arbeit. Inzwischen sprechen ...
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