Turbulenzen mit Aufwind

2011 wird Amélie Niermeyer auf eigenen Wunsch das Düsseldorfer Schauspielhaus verlassen: eine Zwischenbilanz, in der Andreas Kriegenburg mit Schiller auftritt, «Die Beteiligten» von Kathrin Röggla und die Intendantin selbst mit Amos Oz’ «Black Box»

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Man könnte Schwarz sehen am Düsseldorfer Schauspielhaus. Auf der Farbskala bühnenästhetischer Vorlieben und bis in die Titel der Produktionen jedenfalls do­miniert Schwarz – oder als sein Kontrastmittel Weiß. Für die Generalintendantin Amélie Niermeyer scheint sich die Sicht der Dinge verdunkelt zu haben, nach fünf Jahren wird sie, auf eigenen Wunsch, wie es heißt, ihr Amt niederlegen, um ans Salzburger Mozarteum als Professorin und Leiterin der Abteilung Schauspiel zu wechseln.

Inwiefern Niermeyer mit ihrer auto­nomen, womöglich der Selbsterkenntnis geschuldeten Entscheidung einer Vertrags-Nichtverlängerung zuvor kam, darüber ließe sich nur spekulieren.

Der Aufsichtsrat des von der Landeshauptstadt und dem Land NRW gemeinsam getragenen Thea­ters wird Fingerspitzengefühl brauchen, um die Neubesetzung zu regeln, zumal die kommunale Seite mit Kulturdezernent Lohe nicht eben über eine wirkungsmächtige Hand verfügt. Zudem gilt Düsseldorf, zu Recht, bei Theaterleuten als sehr schwierig. (Was nicht mit dem Etat zu tun hat, der ist mit 25 Millionen Euro üppig und wird von vielen Häusern, denen auf Sparflamme in NRW sowieso, geneidet.) Als weiteres Problem kommt die Sanierung des Großen ...

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Theater heute Juni 2009
Rubrik: Aufführungen, Seite 28
von Andreas Wilink

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