Turbulenzen mit Aufwind
Man könnte Schwarz sehen am Düsseldorfer Schauspielhaus. Auf der Farbskala bühnenästhetischer Vorlieben und bis in die Titel der Produktionen jedenfalls dominiert Schwarz – oder als sein Kontrastmittel Weiß. Für die Generalintendantin Amélie Niermeyer scheint sich die Sicht der Dinge verdunkelt zu haben, nach fünf Jahren wird sie, auf eigenen Wunsch, wie es heißt, ihr Amt niederlegen, um ans Salzburger Mozarteum als Professorin und Leiterin der Abteilung Schauspiel zu wechseln.
Inwiefern Niermeyer mit ihrer autonomen, womöglich der Selbsterkenntnis geschuldeten Entscheidung einer Vertrags-Nichtverlängerung zuvor kam, darüber ließe sich nur spekulieren.
Der Aufsichtsrat des von der Landeshauptstadt und dem Land NRW gemeinsam getragenen Theaters wird Fingerspitzengefühl brauchen, um die Neubesetzung zu regeln, zumal die kommunale Seite mit Kulturdezernent Lohe nicht eben über eine wirkungsmächtige Hand verfügt. Zudem gilt Düsseldorf, zu Recht, bei Theaterleuten als sehr schwierig. (Was nicht mit dem Etat zu tun hat, der ist mit 25 Millionen Euro üppig und wird von vielen Häusern, denen auf Sparflamme in NRW sowieso, geneidet.) Als weiteres Problem kommt die Sanierung des Großen ...
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Wenn ich nochmal jünger wäre», sagte die damals 52-jährige Gisela Stein 1987 in einem «Theater heute»-Gespräch, «hätte ich versucht, mich zu einer Anarchistin auszubilden», um «diese Gesellschaft, die sich selbst so toll findet in ihrem eigenen Saft», noch anders aufzumischen. Sie sprach auch von ihren Kriterien: «Die Sehnsucht, etwas zu entdecken anhand von...
Der Vorhang ist gefallen. Schon lange vor Aufführungsbeginn hat ihn Armin Petras für seinen Abschied vom Frankfurter Schauspiel unter Elisabeth Schweeger der Schwerkraft überantwortet. Da liegt das edle Tuch nun in seiner samtroten Pracht, von Olaf Altmann über Rückwand und Boden drapiert, und wird begangen, bespielt, beschlafen und bewässert, statt sauber gehängt...
Eigentlich dürfte er sich auf den Lorbeeren ausruhen, die er als Dramatiker, Dissident und Präsident erlangt hat. Müsste nicht mehr zu seinen Premieren anreisen und gute Miene zum schlechten Spiel machen. Könnte ja auch die Füße hochlegen und Gedichte schreiben. Will Václav Havel aber nicht!
Vor rund 20 Jahren hat er zuletzt ein Stück präsentiert, nun kehrt der...
