Alternative Lyrik

Václav Havel «Abgang»

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Eigentlich dürfte er sich auf den Lorbeeren ausruhen, die er als Dramatiker, Dissident und Präsident erlangt hat. Müsste nicht mehr zu seinen Premieren anreisen und gute Miene zum schlechten Spiel machen. Könnte ja auch die Füße hochlegen und Gedichte schreiben. Will Václav Havel aber nicht!

Vor rund 20 Jahren hat er zuletzt ein Stück präsentiert, nun kehrt der 72-jährige Tscheche mit «Abgang» zur Bühne zurück. Knapp ein Jahr nach der Prager Uraufführung zeigt das Theater Aachen die Politsatire erstmals auf Deutsch.

In Aachen hat Havel 1991 den Karlspreis erhalten, dort empfangen ihn jetzt seine jubelnden Fans am roten Teppich vor dem Theater.

Ein roter Teppich schlappt auch über die Bühnenstufen: als Zunge in einem aufgerissenen Riesenmund. Darauf genießt Dr. Wilhelm Rieger den letzten Applaus vor seinem Abgang. Dann ist er Kanzler a. D. und steckt im Dilemma: raus aus der Regierungsvilla oder rein in den Opportunismus und die korrupten Nach­folger unterstützen? Seine Entourage – ob Großmama oder Geliebte, Sekretär oder Gärtner, Journalist oder Politologin – ist ihm keine Hilfe, aber sie bietet Anlass für viele Dialoge, in denen der Autor mit Vorliebe Politikerphrasen («Der Staat ...

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Theater heute Juni 2009
Rubrik: Chronik, Seite 46
von Jenny Schmitz

Vergriffen
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