Gisela Stein
Wenn ich nochmal jünger wäre», sagte die damals 52-jährige Gisela Stein 1987 in einem «Theater heute»-Gespräch, «hätte ich versucht, mich zu einer Anarchistin auszubilden», um «diese Gesellschaft, die sich selbst so toll findet in ihrem eigenen Saft», noch anders aufzumischen. Sie sprach auch von ihren Kriterien: «Die Sehnsucht, etwas zu entdecken anhand von Literatur, zu sehen, wie ich einen Dichter ausdrücken kann ... Ich stelle mich zurück. Für mich ist die Sache wichtig.
» Und sie sprach von ihrem Verhältnis zu Regisseuren: «Kortner hat mir 1966, als ich die Maria Magdalena von Hebbel bei ihm war, einmal gesagt: ‹Ich benütze Sie, und Sie müssen mich benützen!› Aber sowas muss man auch lernen.
Und ich möchte nur Mittel sein, wenn ich weiß wozu.»
Gisela Stein, 1935 in Warschau geboren, bis 1942 in Stettin aufgewachsen, dann mit der Familie nach Hessen geflohen, begann mit 17 eine Schauspielausbildung, die sie als Liftgirl im Wiesbadener Hotel Steinbock finanzierte, und war von 1960 bis 1980 an den Staatlichen Bühnen Berlins engagiert, wo sie wichtige Inszenierungen von Fritz Kortner und Hans Lietzau, später auch von Niels-Peter Rudolph prägte (Foto als Hedda Gabler 1977). 1980 ...
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1.«Alles ist spielbar», hat Jürgen Gosch mal bei einem gemeinsamen Treffen mit Johannes Schütz und mir im Café Lubitsch gesagt. Oder genauer – um ihn vollständig zu zitieren: «Alles ist spielbar, solange es im Text vorkommt.»
Konkret ging es damals wohl darum, wie es wäre, wenn sich ein komplettes Ensemble von Schauspielern in einen Schwarm Vögel verwandelt. Oder...
Seit Elias Perrig die Basler Schauspielsparte leitet, tendieren seine eigenen Inszenierungen zur asketischen Ästhetik. Mit Dennis Kellys «Nach dem Ende» ist er auf einer leeren Bühne angekommen. Die Szene besteht aus Boden und Brandmauer, sonst nichts. Für ein Kammerspiel in einem Privatbunker, nach einem angeblichen atomaren Anschlag, durchaus plausibel. Für...
