TSCH. TSCH. TSCH.
Im Dezember 2020 unternehmen vier österreichische Autorinnen einen Roadtrip durch die pandemiegelähmte Schweiz. Im Gepäck haben sie einen sorgsam ausgearbeiteten Reiseplan, Gnocchi und Tomatensauce, wahrscheinlich ein paar Flaschen Alkohol – und eine Gummipuppe, männlich. Es soll ein Selbsterfahrungstrip werden, eine Reise in die Vergangenheit und die kollektiven Abgründe des Nachbarlandes Schweiz, eine Begegnung mit der sagenhaften Ahnin aller heutigen Avatare, KIs und Sexpuppen: dem Sennentuntschi.
«Ich denke über eine Tuntschi-Armee nach, die alle Männer häutet.
Armeen funktionieren gut in der Schweiz. Die lieben das Militärische», ist L überzeugt. B möchte auf der Reise gern die Schweizer Seele kennenlernen. M hat sich intensiv auf die Reise vorbereitet und alles gelesen, «zuletzt eine kulturtheoretische Abhandlung zur Bedeutung der Haut». «Klingt anstrengend», meint S. Sie hat sich vorsorglich länger nicht geduscht, um richtig wild und verwahrlost anzukommen und sich den Schweizern als Tuntschi anzubieten. «Als die Eidgenossen meine Scheid genossen», dichtet sie schon im Flugzeug.
Die Geschichte um das Sennentuntschi geistert seit langem durch die Täler der Alpen. Es gibt ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 162
von Felicitas Zürcher
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 62. Jahrgang
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