Triumph der Freiheit

Wer eine Wahl hat, wird vielleicht trotzdem Stückeschreiber: Philipp Löhle, ein Autor zu entdecken

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Als Philipp Löhle einmal aus dem Supermarkt kam, sah er einen Mann mit einem Lama. Nichts Ungewöhnliches, denn es gibt ja schon seit einiger Zeit diese natur- und tierliebenden Menschen, die mit Andenmütze und Kleinkamel ihre Natur- und Tierhalterliebe öffentlich unterstützen lassen und gegen eine kleine Spende jedermann zum streichelnden Mitnatur- und Tierliebhaber befördern. Löhle befiel bei dem Anblick allerdings kein zärtliches Bedürfnis, sondern der spontane Satz: «Greenpeace hat mir mein Lama weggenommen.

» Wenn der Naturschützerverband, der sonst vorzugsweise mit kleinen Schlauch­booten übermächtige Walfänger oder Robbenschlächter angreift, seine Sache ernst meint, müsste er schließlich auch arme Lamas den Händen ihrer Mitleidsvermarkter entreißen. Dergleichen ist zwar noch nicht vorgekommen, aber warum eigentlich nicht?

Wie auch immer – jedenfalls fängt damit ein neues Stück angewandter Kapitalismuskritik an: «Genannt Gospodin» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei). Dem Titelheld wird sein Betteltier ausgerechnet vom Grünenfrieden weggenommen, was ihn in eine existentielle Krise stürzt. Am Ende muss sich der Kapitalismus zwar nicht zu Tode fürchten, Gospodin ...

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Theater heute Januar 2008
Rubrik: Akteure, Seite 38
von Franz Wille

Vergriffen
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