Mühen der Männerwelt
Die Gattungsbezeichnung verrät eine gewisse Unentschlossenheit. «Ein Theaterabend» hat Tom Peuckert sein neues Stück genannt. «Theaterabend» geht eigentlich immer, außer bei Matineen.
«Elende Väter» zeigt, was der Titel verrät: elende Väter. Sieben Männer treten auf, sie finden sich in einem Wartesaal eines mysteriösen Amtes ein und erzählen einander ihre Lebensgeschichten. Einer hat seine Karriere als Kaffeeröster aufgegeben, um seine Frau zum Ultraschall zu begleiten, einer hat eine Zeitmaschine im Keller stehen und reist ab und zu in seine eigene Vergangenheit.
Dabei ist ihm aufgefallen, dass die Frauen vor zwanzig Jahren alle viel leiser gesprochen haben. Einer, der Wurst liebt, wird von Frau und Tochter zu fleischloser Ernährung gezwungen. Und wieder einer trinkt Soja-Latte und trägt einen Babybjörn. Miniaturen aus der Männerwelt, mal witzig, mal bizarr, mal so lala.
Das Stück ist eine Auftragsarbeit für das Theater Bielefeld, das sich seit längerem schon – besonders in seiner kleinen Spielstätte im «Theater am Alten Markt» – der neuen deutschen Dramatik widmet. Peuckert, geboren 1962 in Leipzig, hat für Bielefeld bereits zwei Stücke geschrieben: «Luhmann», eine witzige und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bei den beiden zentralen Produktionen der diesjährigen «Spielzeit Europa» musste man die zuständige Bühne innerhalb des Hauses der Berliner Festspiele ein bisschen suchen. Bei «Stifters Dinge (The Piano Piece)» von Heiner Goebbels musste man durch einen Nebeneingang eintreten, bei Alvis Hermanis «The Sound of Silence – ein Konzert von Simon & Garfunkel in Riga...
Die Ausstellung in der Londoner Tate Modern mit dem Titel «The World as a Stage», die über Objekte und Installationen von 16 internationalen Künstlern die Beziehung zwischen Bildender Kunst und Theater erforschen will, weckt erst einmal einige Erwartungen: auf eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Theater, vielleicht auch auf Lebendigkeit.
Falls man jedoch die...
So hat man die Nibelungen noch nicht gesehen: Edel zwar und zart die Züge Giselhers, doch von ziemlich exotischem Adel. Omar el-Saeidi ist von ägyptischer Abstammung, 1980 in Gießen geboren. Bruder Gerenots dunkles Antlitz umrahmen schwarze Rasta-Locken. Patrick Gusset kam 1979 in Basel zur Welt, sieht aber eher nach Nordafrika aus. Und dann stürmt Siegfried auf...
