Trieb im Betrieb
Otto will Sex, und Hilde will keinen. Und wenn so eine ganz alltägliche Verweigerung auch noch von einer ganzen Spiegelwand im Mansardenschlafzimmer reflektiert wird, sollte das für einen testosterongeplagten Möchtegerncowboy wie Otto umso peinlicher sein. Ist es aber natürlich nicht. Otto (Thomas Huber) kann sich zum Beispiel seelenruhig im Badezimmer über Pornohefte gebeugt einen runterholen, während er laut mit Hilde (Silvia-Maria Jung) ihre Rezeptvorschläge für den nächsten Tag diskutiert.
Im Stockwerk darunter räkelt sich währenddessen Nacht für Nacht die Gärtnereifachkraft Mitzi (Sarah Viktoria Frick) im Bikini unter der Wärmelampe der Klimaanlage. Und zwar auf einem Erdhügel, der in einer Reihe mit andern Erdhügeln liegt und entweder ein frisch geharktes Gartenbeet oder frisches Grab sein kann. Dahinter steht ein langer Tisch mit vielen Nähmaschinen, und mit denen nähen Mitzi und Hilde von der Friedhofsgärtnerei Holdenrieder normalerweise Kranzbänder auf Bestellung, ganz nach dem schönen Motto «Wenn ein Kunde einen Geschmack hat, dann soll er ihn auch kriegen».
Kurz: Wir haben es auf der kleinen Berner Dachgeschossbühne im Kornhaus mit einem sehr anschaulichen und nur ...
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Es gibt junge Theaterautoren, deren erstes Stück routiniert wirken soll, als sei das erste Dutzend bereits voll. Das kann bei Absolventen einschlägiger Studiengänge vorkommen. Zum Beispiel, wenn man wie Christina Kettering (24) am Deutschen Literaturinstitut Leipzig die Fächer Prosa und Dramatik/Neue Medien belegt hat. «Der Gast» ist ihr erstes Stück und man fragt...
Früher war alles besser. Die Luft frischer, die Zigaretten billiger, und auch die Liebe war noch nicht eine Ansammlung gescheiterter Versuche, sondern die Liebe eben. Das gilt allerdings nur, solange dieses «früher» auch «früher» bleibt. Steht es jedoch eines Tages leibhaftig vor der Tür und tut so, als wäre es gerade mal eine halbe Stunde her, seit man sich zum...
I
mensch bin ich keiner oder höchstens im üblichen sinn – der satz korrespondiert mit marthas erkenntnis, daß ihr mann ein dressierter aff sei, also nicht mal ein mensch im üblichen sinn.
die geschichte vom NEST hab ich schon mal mit 15 oder 16 jahren geschrieben; allerdings pubertär schwülstig, obwohl der hintergrund deutlich war: die in die nachkriegszeit...
