Traumort sechste Liga
Viele Theatermenschen haben ein großes Herz für Fußball. David Bösch ist offenbar einer davon. Zur Eröffnung seiner zweiten Spielzeit als Linzer Schauspieldirektor hat der Regisseur die Stückentwicklung «Das Derby» angesetzt, «ein Stück Fußball in zwei Halbzeiten» (Untertitel). In der «Blackbox» (das ist eigentlich die Studiobühne des Musiktheaters) sind im Foyer histori -sche Fußballfotos und Eintrittskarten ausgestellt, an Audio-Stationen kann man – von den Schauspieler:innen der Produktion eingesungene – Fußballerlieder hören («Mei patschertes Leben»).
Im Saal sitzt das Publikum auf Hartplastikschalen wie im Stadion; die mit Fußball-Devotionalien (Transparente, Schals) dekorierte Bühne (Patrick Bannwart) ist versifft wie das Vereinslokal eines Fanclubs, in dem schon länger nicht mehr aufgeräumt wurde.
Bei dem titelgebenden Derby handelt es sich naheliegenderweise um ein Match der Lokalrivalen Linzer ASK (Lask) und Blau-Weiß Linz. Auf der einen Seite stehen der glühende Blau-Weiß-Fan Uli (Julian Sigl) und dessen schwangere Freundin Tanja (Angela Waidmann); dass kurz vor dem Derby die Wehen einsetzen, ist für Uli selbstverständlich kein Grund, nicht ins Stadion zu gehen. Auf der ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Wolfgang Kralicek
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