Time to say Good-bye

Die Melancholie des Abschieds besingen Christoph Marthaler an der Berliner Volksbühne und Thom Luz am Deutschen Theater

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«Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter» ist am 19. & 20.05. wieder an der Volksbühne in Berlin zu sehen.
Warum die Inszenierung als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen, zum diesjährigen Theatertreffen hätte eingeladen werden sollen, lesen Sie hier.

Seit anderthalb Jahren tobt er nun schon, der Kulturkrieg in Berlin: Seit Tim Renner, denkbar ungeschickt kommunizierend, im April 2015 den Tate-Direktor Chris Dercon zum Nachfolger Frank Castorfs designierte, teilt sich Berlins Theaterszene in unversöhnliche Pro- oder Contra-Fraktionen. Dass Frank Castorf nach einem Vierteljahrhundert den Hut nehmen soll, um nur noch Wien, München, Hamburg mit seinen raumgreifenden Arbeiten selig zu erschöpfen, erscheint den einen unverzeihlich: Größe, Sperrigkeit, Exzess der Castorf-Pollesch-Fritsch-Bühne werden unter Tränen beschworen.

Die anderen, vergleichsweise zurückhaltend, glauben an die Notwendigkeit der Veränderung auch für legendäre Häuser. Das Hysterielevel der bekannten Gesichter, die mit ungemischten Gefühlen Offene Briefe verfassen, ist hoch.

Dass die letzte Spielzeit der Ära Castorf ein Abschiedsparcours von noch nie dagewese­ner Selbstbezüglichkeit werden wird, zeichnete sich schon in der letzten Saison ab – in Bert Neumanns schöner Trotzreaktion des zubetonierten Bühnenbodens, die durch den plötzlichen Tod des Bühnenbildurgesteins der ersten Volksbühnenstunde zusätzliche Symbolschwere bekam. Oder in René Polleschs Diskurs-Tour ...

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Theater heute November 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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