Was fehlt?
Tanz auf dem Minenfeld
She She Pops «Frühlingsopfer»
Seit ein paar Jahren ist es keine Sensation mehr, dass sich unter den zehn auserwählten Theatertreffen-Inszenierungen ein oder zwei in der Freien Szene wurzelnde Produktionen finden. Dieses Jahr allerdings wurde nur das post-marthalerische Theater des bis vor kurzem noch frei produzierenden Regisseurs Thom Luz eingeladen, just als ihn das Schauspiel
Hannover für Judith Schalanskys «Atlas der abgelegenen Inseln» in der Cumberlandschen Galerie engagierte.
Generell war das Interesse der Stadttheater für KünstlerInnen der Freien Szene nie größer, beobachten die tt-Jurys längst auch die freien Produktionshäuser, geben allerdings auch die materiellen Möglichkeiten der festen Häuser freien Theatermachern oft erst den entscheidenden Schub.
Das Performance-Kollektiv She She Pop allerdings schaffte es vor fünf Jahren ganz ohne eine solche Allianz mit der «Lear»-Paraphrase «Testament» zum Berliner Leistungstreffen. Verspielt und humorvoll, vor allem aber glaubwürdig durch die Präsenz der realen Väter, schlugen sie den Bogen von ihren privaten Väter-Töchter-Beziehungen zur universellen Shakespearefrage des Tauschwerts von Liebe und Geld. Vor ...
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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 38
von
Es ist nur ein Katzensprung vom Wiener Burgtheater am prachtvollen Universitätsring zur nicht weniger prachtvollen Votivkirche am Rooseveltplatz, die im Dezember 2012 von einer Gruppe von Asylbewerbern besetzt wurde. Von hier aus führten sie ihren Kampf um Anerkennung und gegen Abschiebung – ein größtenteils erfolgloser Kampf. Elfriede Jelinek nahm das «Refugee...
Jeder Juror des Berliner Theatertreffens ist eigentlich eine tragische Figur. Denn immer macht er oder sie viel mehr Menschen unglücklich als glücklich: enttäuschte Künstler, zornige Lokalpatrioten, die nicht verstehen, warum ihr Theater wieder nicht eingeladen wurde, Kollegen und Kommentarspaltenschreiber, die sich die Haare über die Auswahl raufen. Jedes Jahr...
Zunächst einmal konnte sich der Gesprächsgegenstand ordentlich auf die Schulter klopfen: Kaum ein Zuschauer, der zur Diskussionsveranstaltung «Die Publikumsmaschine» in der Berliner Akademie der Künste am Hanseatenweg erschienen war, dürfte sich je ein derart spektakuläres Bild von sich selbst gemacht haben, wie es – befragt von der Radiomoderatorin Anja Caspary –...
