Das Vermächtnis der Gene

Die Schauspiel-Kreationen der Ruhr­triennale 2016 von Luk Perceval, Ivo van Hove und Susanne Kennedy nach Zola, Couperus und Euripides

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Der Maßstab, an dem sich das Projekt Ruhrtriennale zu messen hat, wurde in gewisser Weise von Johan Simons selbst gesetzt. Während der Gründungs-Intendanz von Gerard Mortier inszenierte dessen jetzt vierter Nachfolger in der Jahrhunderthalle Bochum «Sentimenti». In der Kreation aus literarischer Erzählung (Ralf Rothmanns Ruhrgebiets-, Familien- und Entwicklungsroman «Milch und Kohle»), Musik (Arien von Verdi), Raum (ein mit Brikett ausgelegter Plafond), historischem Bewusstsein und ästhetischer Überformung fand das NRW-Festival zu seiner Bestimmung.

In einem Netz aus Dialog- und Konfliktlinien waren Emotion und Abstraktion, Immanenz und Transzendenz fein versponnen. Das Verarbeiten solcher Gewebe-Muster haben sich die drei zentralen Schauspiel-Produktionen der Saison 2016 ebenfalls vorgenommen.

In Danièle Thompsons aktuellem französischen Film über Emile Zolas «Zeit mit Cézanne» sagt der Maler zu seinem Schriftsteller-Freund: «Ich möchte so malen, wie Du schreibst.» Für Luk Perceval, der auf der Ruhrtriennale in Koproduktion mit dem Thalia Theater eine Trilogie entlang des Rougon-Macquart-Zyklus entwickelt, könnte gelten, so inszenieren zu wollen, wie Cézanne malt: Konturen ...

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Theater heute November 2016
Rubrik: Festivals, Seite 42
von Andreas Wilink

Vergriffen
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