Das Vermächtnis der Gene
Der Maßstab, an dem sich das Projekt Ruhrtriennale zu messen hat, wurde in gewisser Weise von Johan Simons selbst gesetzt. Während der Gründungs-Intendanz von Gerard Mortier inszenierte dessen jetzt vierter Nachfolger in der Jahrhunderthalle Bochum «Sentimenti». In der Kreation aus literarischer Erzählung (Ralf Rothmanns Ruhrgebiets-, Familien- und Entwicklungsroman «Milch und Kohle»), Musik (Arien von Verdi), Raum (ein mit Brikett ausgelegter Plafond), historischem Bewusstsein und ästhetischer Überformung fand das NRW-Festival zu seiner Bestimmung.
In einem Netz aus Dialog- und Konfliktlinien waren Emotion und Abstraktion, Immanenz und Transzendenz fein versponnen. Das Verarbeiten solcher Gewebe-Muster haben sich die drei zentralen Schauspiel-Produktionen der Saison 2016 ebenfalls vorgenommen.
In Danièle Thompsons aktuellem französischen Film über Emile Zolas «Zeit mit Cézanne» sagt der Maler zu seinem Schriftsteller-Freund: «Ich möchte so malen, wie Du schreibst.» Für Luk Perceval, der auf der Ruhrtriennale in Koproduktion mit dem Thalia Theater eine Trilogie entlang des Rougon-Macquart-Zyklus entwickelt, könnte gelten, so inszenieren zu wollen, wie Cézanne malt: Konturen ...
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Im aktuellen Jahrbuch von «Theater heute» äußert sich Prof. Dr. Peter Raue, Seniorpartner der Berliner Anwaltssozietät RAUE LLP, zu zwei Prozessen vor dem Landgericht Berlin, die Beatrix von Storch (AfD) und Hedwig von Beverfoerde (CDU) gegen die Schaubühne angestrengt hatten, um Änderungen in Falk Richters Inszenierung «Fear» durchzusetzen. Beide Damen fühlten...
And on the Thousandth Night» ist, wie das wenige Jahre zuvor entstandene Werk «Quizoola!», ein über wenige Regeln weitergegebenes Ritual von Forced Entertainment. Es erzeugt eine Überfülle von Geschichten, aber keinen Dialog, eine intensive Reaktion der Spieler aufeinander, aber kein Zusammenspiel im konventionellen Sinne. Das im Jahr 2000 zum ersten Mal...
Von Wuppertal kann man lernen, was man in der Kulturpolitik alles falsch machen kann. Und der Stadt ist tatsächlich etwas Neues eingefallen. Mithilfe eines Gutachtens der Unternehmensberatung Actori hat man die erst seit 2014 amtierende Schauspielintendantin zur vorzeitigen Vertragsauflösung genötigt. Was als Neuanfang zu reduzierten Bedingungen geplant war, wird...
