Theaterfilm: Der alles entscheidende Biss
«Jedes Zeitalter hat den Vampir, den es braucht», fasste die Kulturwissenschaftlerin Nina Auerbach einmal ihre umfangreiche, Jahrhunderte übergreifende Analyse der nachtaktiven Mythengestalt zusammen. Um die legendären infektiösen Untoten, die ihrem Sarg entsteigen, um das Blut der Lebenden zu saugen und sie in Vampire zu verwandeln, dreht sich – zumindest im Kern – auch die große (und mit gut zwei Stunden Länge nicht eben Kurzfilmtage-taugliche) filmische Unternehmung der Gruppe FUX.
Bereits im Sommer 2019 hatte die Doppelpass-finanzierte Projektarbeit der Theatermacher:innen um Falk Rößler und Nele Stuhler am Theater Oberhausen mit einer breit angelegten Feldforschung in Sachen Stückfindung begonnen. Auf die Frage «Was wollen Sie auf der Bühne des Theaters sehen?» antworteten Passant:innen in der Fußgängerzone wahlweise mit Gegenfragen («Hier gibt’s ein Theater?»), übten sachkundige Kritik («keine Nackten») oder brachten alternative Nutzungskonzepte ein («Ich bin mehr so’n Film-Fan. Vielleicht was in die Richtung?»).
Nach über tausend frei formulierten Vorschlägen, zwei sogenannten Stadtversammlungen samt Diskussionen und Abstimmungen über Thema, Genre, Titel und Stück (hier ...
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Theater heute April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Anja Quickert
Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe ging plötzlich alles ganz schnell. Am 13. März veröffentlichte die Tageszeitung «taz» unter der Überschrift «Eine Bühne für Sexisten» eine Reportage, in der mehrere Mitarbeiter*innen der Volksbühne Intendant Klaus Dörr übergriffiges, sexistisches und altersdiskriminierendes Verhalten vorwarfen. Zehn Mitarbeiterinnen hatten...
Theater heute Gratulation zur Wahl des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins! Das ist eine sehr spannende Position, weil Sie damit auch institutionell zwischen den Stühlen sitzen. Denn der Bühnenverein ist einerseits die Versammlung der Rechtsträger der Bühnen, also der Länder und Kommunen, die die öffentlichen Theater tragen und zum Großteil auch finanzieren....
Instagram ist umstritten. Als Datenkrake, Teil des weltumspannenden Facebook-Konzerns, vor allem aber als bildbasiertes soziales Netzwerk, das zu einem narzisstischen Selfie-Verhalten verführen und so ein normiertes Körperbild zementieren würde. Bei einem ersten Streifzug durch die Plattform scheint sich das zu bestätigen: Man findet unzählige Fotos von sehr...
