In der Hand liegend
Instagram ist umstritten. Als Datenkrake, Teil des weltumspannenden Facebook-Konzerns, vor allem aber als bildbasiertes soziales Netzwerk, das zu einem narzisstischen Selfie-Verhalten verführen und so ein normiertes Körperbild zementieren würde. Bei einem ersten Streifzug durch die Plattform scheint sich das zu bestätigen: Man findet unzählige Fotos von sehr dünnen, sehr jungen, sehr glatthäutigen Frauen.
Man findet aber auch Selbstinszenierungen, die nicht in solch ein normschönes Muster passen, man findet Protagonist*innen, die ihre Eigenwilligkeit gerade in der bildlichen Darstellung ausleben, und das ist als Ermächtigungsstrategie zumindest nicht unsympathisch.
Vassilissa Reznikoff ist solch eine Instagram-Figur (deren ausgestellte Kratzbürstigkeit freilich auch schon wieder Züge einer Selbstmarketing-Strategie annimmt), jugendlich verspielt, ein bisschen zu alt fürs Teeniegetue, verpeilt, reflektiert, kritisch, durchzogen von einer allumarmenden Herzlichkeit bei gleichzeitiger größtmöglicher Distanz. Sprich: eine mitteljunge Frau, die gelernt hat, dass der größte Reiz des medial ausschlachtbaren Lebens darin besteht, mit Widersprüchlichem zu jonglieren. Und damit eine Frau, ...
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Theater heute April 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 53
von Falk Schreiber
Die Prozesse gegen Künstler*innen, Debatten über Kunst und Politik laufen in Russland weiter – außerhalb von Moskau.
Die feministische Punkrock-Band Pussy Riot fordert in ihrem neuen Protest-Track «Rage» (russisch «БЕСИТ») die Freilassung aller politischen Gefangenen. Unter ihnen ist auch Yulia Tsvetkova, Regisseurin, Künstlerin, Feministin und LGBTIQ+Aktivistin...
2./KARFREITAG
20.15, 3sat: Krieg und Frieden
Spielfilm (USA/Italien 1956) von King Vidor, mit Henry Fonda, Audrey Hepburn, Mel Ferrer, Anita Ekberg, Vittorio Gassman, Herbert Lom u.a.
4./OSTERSONNTAG
15.55, 3sat: Die größte Geschichte allerZeiten
Spielfilm (USA 1965) von George Stevens, mit Max von Sydow, Charlton Heston, Carroll Baker, John Wayne, Angela Lansbury...
Als Kriemhild trägt Lea Ruckpaul Schlafanzug. Und ist da vielleicht schon lange nicht rausgekommen im Lockdown der Leichenruhe. Verstört und still steht sie da, die Hände tastend nach vorne gestreckt, vom Alptraum aufgeschreckt. Blutig und immerzu sitzt der tote Siegfried am Tisch, Trophäe und Mahnmal des vergangenen Massakers. Oder steht es noch bevor? «Die guten...
