Deckung von oben?
Anfang Februar diesen Jahres reichte der Intendant des Nationaltheaters Athen, Dimitris Lignadis, beim Kultusministerium seinen Rücktritt ein mit der Begründung, er selbst habe nichts Falsches getan, er wolle mit diesem Schritt nur weiteren Schaden vom Nationaltheater abwenden. Zwei Wochen später wurde Dimitris Lignadis verhaftet und in Handschellen abgeführt. Tatvorwurf: mehrfache Vergewaltigung, auch von Minderjährigen, über einen längeren Zeitraum. Seit dem 22. Februar sitzt er in Untersuchungshaft.
Dimitris Lignadis, 56, Schauspieler und Regisseur, war direkt nach dem Wahlsieg der rechtsbürgerlichen Partei Nea Dimokratia im Herbst 2019 zum Intendanten berufen worden. Das zuvor aufgegleiste Bewerbungsverfahren war extra außer Kraft gesetzt worden, damit er von der neuen Kultusministerin Lina Mendoni in Absprache mit dem neuen Ministerpräsidenten Mitsotakis direkt ernannt werden konnte.
In der März-Ausgabe von «Theater heute» 2020 konnte man über ihn lesen: «Dimitris Lignadis, der neu berufene Intendant des Nationaltheaters, ist seit langem im Geschäft. Wen immer man fragt: Sein Ruf als Regisseur ist, freundlich gesagt, durchwachsen, und er hat – selbst Sohn eines ehemaligen ...
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Theater heute April 2021
Rubrik: International, Seite 22
von Armin Kerber
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