Das Leben der anderen
Vor 15 Monaten ist die Welt untergegangen. Was genau passiert ist, wissen wir nicht. Jedenfalls sind damals sämtliche Kontinentalplatten miteinander kollidiert, wodurch fast alles Leben auf der Erde ausgelöscht wurde. Nur Teile der eurasischen Platte blieben erhalten; hier gab es auch Überlebende, darunter eine Gruppe von Anthropologen, die zum Zeitpunkt der Katastrophe in Moskau an einem Kongress teilnahmen.
Inzwischen haben sie sich bis ins sibirische Krasnojarsk durchgeschlagen, wo sie eine halbwegs intakte Infrastruktur vorgefunden und sich niedergelassen haben, um am Projekt «Neustaat» zu arbeiten. Ein Teil der letzten Menschen widmet sich vor Ort der ehrenvollen Aufgabe, «für die Reproduktion zu sorgen»; andere schwärmen in alle Himmelsrichtungen aus, um die Situation zu erkunden und womöglich weitere Überlebende zu finden.
Einer dieser Kundschafter ist der Protagonist von Johan Hastads postapokalyptischem Kammerspiel «Krasnojarsk». Der namenlose Held ist schon seit vielen Monaten unterwegs, ohne irgendetwas Bemerkenswertes entdeckt zu haben – bis er auf einmal einer Frau begegnet, die er «Kreuzberg» nennt, weil sie eine Zeitlang in Berlin gelebt hat. Kreuzberg ist im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 52
von Wolfgang Kralicek
2./KARFREITAG
20.15, 3sat: Krieg und Frieden
Spielfilm (USA/Italien 1956) von King Vidor, mit Henry Fonda, Audrey Hepburn, Mel Ferrer, Anita Ekberg, Vittorio Gassman, Herbert Lom u.a.
4./OSTERSONNTAG
15.55, 3sat: Die größte Geschichte allerZeiten
Spielfilm (USA 1965) von George Stevens, mit Max von Sydow, Charlton Heston, Carroll Baker, John Wayne, Angela Lansbury...
In der Sammlung «Heiner Müller – Warten auf der Gegenschräge – Gesammelte Gedichte» ist das Faksimile eines Gedichts mit einer Transkription des Textes publiziert. Die Verfasser dieses Sammelbands haben es bei der Transkription belassen, und das Gedicht wurde nie rekonstruiert.
Heiner Müller redigierte ständig seine Texte, einschließlich bereits veröffentlichter...
«Alles verwandelt sich, nichts geht zugrunde», lautet eine Einsicht, die Publius Ovidius Nasos «Metamorphosen» zugrunde liegt. Ovid schrieb sein Versepos vom mythischen Weltenlauf vom Jahr 1 unserer Zeitrechung bis zu seiner Verbannung aus Rom sieben Jahre später durch Kaiser Augustus; 17 n. Chr. starb er im Exil am Schwarzen Meer. Da war das Imperium Romanum noch...
