Das Leben der anderen

Das Schauspielhaus Graz verfilmt das norwegische Endzeit-Stück «Krasnojarsk» für die VR-Brille

Theater heute - Logo

Vor 15 Monaten ist die Welt untergegangen. Was genau passiert ist, wissen wir nicht. Jedenfalls sind damals sämtliche Kontinentalplatten miteinander kollidiert, wodurch fast alles Leben auf der Erde ausgelöscht wurde. Nur Teile der eurasischen Platte blieben erhalten; hier gab es auch Überlebende, darunter eine Gruppe von Anthropologen, die zum Zeitpunkt der Katastrophe in Moskau an einem Kongress teilnahmen.

Inzwischen haben sie sich bis ins sibirische Krasnojarsk durchgeschlagen, wo sie eine halbwegs intakte Infrastruktur vorgefunden und sich niedergelassen haben, um am Projekt «Neustaat» zu arbeiten. Ein Teil der letzten Menschen widmet sich vor Ort der ehrenvollen Aufgabe, «für die Reproduktion zu sorgen»; andere schwärmen in alle Himmelsrichtungen aus, um die Situation zu erkunden und womöglich weitere Überlebende zu finden. 

Einer dieser Kundschafter ist der Protagonist von Johan Hastads postapokalyptischem Kammerspiel «Krasnojarsk». Der namenlose Held ist schon seit vielen Monaten unterwegs, ohne irgendetwas Bemerkenswertes entdeckt zu haben – bis er auf einmal einer Frau begegnet, die er «Kreuzberg» nennt, weil sie eine Zeitlang in Berlin gelebt hat. Kreuzberg ist im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 52
von Wolfgang Kralicek

Weitere Beiträge
Dear William

In der Sammlung «Heiner Müller – Warten auf der Gegenschräge – Gesammelte Gedichte» ist das Faksimile eines Gedichts mit einer Transkription des Textes publiziert. Die Verfasser dieses Sammelbands haben es bei der Transkription belassen, und das Gedicht wurde nie rekonstruiert. 

Heiner Müller redigierte ständig seine Texte, einschließlich bereits veröffentlichter...

Erschüttertes Vertrauen

Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe ging plötzlich alles ganz schnell. Am 13. März veröffentlichte die Tageszeitung «taz» unter der Überschrift «Eine Bühne für Sexisten» eine Reportage, in der mehrere Mitarbeiter*innen der Volksbühne Intendant Klaus Dörr übergriffiges, sexistisches und altersdiskriminierendes Verhalten vorwarfen. Zehn Mitarbeiterinnen hatten...

«Goodwill reicht nicht mehr»

Barbara Burckhardt Niels Bormann, die Frage, die jetzt jeder stellt: Wie geht es Ihnen unter Corona-Verschluss, insbesondere als Schauspieler? 
Niels Bormann (zögert lange) Ich muss sagen, mir geht es gar nicht so schlecht. Ich konnte in dieser Zeit drehen und an der UdK mit den Studierenden immerhin Vorsprechmonologe erarbeiten. Das mache ich schon seit sieben,...