Theater Erwachen
Vom Jahrmarkt auf den Friedhof: Wo sich zu Stückbeginn im Landestheater Eisenach das jugendliche Ensemble noch im Büchsen -werfen übt und munter auf dem Karussell herumklettert, das Verena Hemmerlein als Szenenbild auf die Bühne gestellt hat, künden nach der Pause Grabsteine vom Tod von zwei der Protagonist:innen auf der Bühne. Von seiner Dramatik hat Frank Wedekinds «Frühlings Erwachen» offenbar nichts verloren, der einstige Skandal ist allerdings dem Sittenbild einer vergangenen Epoche gewichen, daran kann auch ein später das Bühnenbild ergänzender Fotomat nicht rütteln.
Die Nöte der Bühnenjugend sind greifbar, aber nicht die der Jugend von heute; so manches bleibt holzschnittartig. Darüber können auch musikalische Einschübe von Britney Spears «Hit me Baby, one more time» nicht hinwegtäuschen. Über dieses Songsnippet wird allerdings eine der stärksten Szenen des Abends generiert: Nele Swanton als Wandas Mutter singt es in melancholischverzweifelter Stimmung und bricht wohl -dosiert bei «Give me a sign» ab. Hier macht es niemand noch einmal, jedes erste Mal ist Tragödie genug.
Ein Zeichen setzt die Inszenierung trotzdem, denn Regisseurin Anna Magdalena Fitzi, bisher vor allem im ...
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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Torben Ibs
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