Tetrissteine sind auch nur Menschen
Wer nichts über die Sozialstruktur der Ameisen weiß, hält möglicherweise auch die Dramatiker*innen des Absurden Theaters für unpolitisch. Über solch einen gedanklichen Konnex könnte vielleicht auch Miroslava Svolikova spekulieren. Sie beschäftigt sich mit Ameisen und ist eine Autorin, der wahrlich nicht vorzuwerfen ist, dass sie die Verbindungen zwischen der Wirklichkeit und ihrer Literatur zu offensichtlich anlegen und die gesellschaftlichen Implikationen ihrer Texte zu wenig verklausuliert servieren würde.
Im Gegenteil gewinnen sie ihren Charme doch maßgeblich aus der Undurchsichtigkeit der Vorgänge und den bisweilen reichlich unerwarteten motivischen Ingredienzien, die Svolikova kunst- und humorvoll zu den Partikeln ihrer Farcen zusammensetzt: von sprechendem Speichel, Käseplatten, Wasserkübeln bis hin zu Tetrissteinen. Bei ihrem neuen Stück «RAND» ergibt das wieder eine ziemlich skurrile Gesellschaftsparabel.
Dem Thema der politischen Teilhabe näherte sie sich am deutlichsten mit ihrem letzten Stück «Der Sprecher und die Souffleuse». In einem Theater, in dem die Schauspieler*innen nicht zur Vorstellung erscheinen, füllt zunächst notgedrungen die Souffleuse das Vakuum auf der ...
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