Tanz den Roboter
Zwölf Tage Theater, Podiumsdiskussionen und Kolloquien, Konzerte im kalten hannoverschen Nieselregen und ein Catering-Zelt im Festivalzentrum, das mitten im Hochsommer Punsch im Angebot hatte. Das waren die Theaterformen, das kleine, feine, niedersächsische Theaterfestival, das im jährlichen Wechsel mal in Hannover, mal in Braunschweig stattfindet.
Anja Dirks, die das Festival seit 2008 leitet (und einen Tag nach dem Ende der jüngsten Ausgabe ankündigte, dass sie ihren 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde), hatte Theatergruppen aus 15 Ländern, darunter Syrien, Griechenland, der Türkei und dem Iran eingeladen. Man schien ein bisschen stolz darauf, den Brennpunkten der Welt so nah zu sein. Die Mitglieder der türkischen Gruppe «Studio 4» um Regisseur Fatih Gençkal kamen frisch vom Taksim-Platz in Istanbul. Und das zeigten sie auch. Mit Tränengasschutzbrille, freiem Oberkörper und viel Theaternebel wurde heldenhaft Aufstand gespielt. Auffällig war der Hang zum Privaten: Die Schauspieler, die sich mit ihren echten Namen anreden, berichten von sexuellen Erlebnissen und erzählen, was sie so übers Leben und die Politik denken. Diese ins Exhibitionistische neigende Offenheit mag ...
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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 69
von Ronald Meyer-Arlt
Aachen, Grenzlandtheater
18.8. Goethe, Wahlverwandtschaften
R. Jens Pesel
26.9. Higgins, Harold und Maude
R. N.N.
Aachen, Theater
19.9. Daisey, Agonie und Ekstase des Steve Jobs
R. Jens Dierkes
20.9. Woolf, Orlando
R. Paul Georg Dittrich
22.9. Shakespeare, Hamlet
R. Christina Rast
Aalen, Theater der Stadt
28.9. Riml, Der Junge auf dem Baum (DE)
R. Winfried Tobias
28.9. Hornby,...
Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft.» Das also. Nicht herausgeschmettert, nicht auf dem ollen Gassenhauer geritten wie auf einem alternden Derby-Hengst, sondern von Spielmannsuhrmusik angeklingelt, quetschen sich die grellen Mondreisenden aus Berlin eng aneinander zum Mondschein-Chor und hecheln gemeinsam die berühmten Verse, erst noch mühsam nach Atem ringend,...
Zum Schluss hat sich vor dem Kölner Dom zum Schweigen doch nur ein Häuflein Menschen unter Regenschirmen eingefunden. Lose gruppiert stehen sie um ein aus Mamorgranulat aufgeschüttetes Sechseck. «Halt ein und denke», hat die israelische Künstlerin Yael Bartana als pathetische Devise ausgegeben, um das zweiminütige rituelle Gedenken an den Holocaust in Israel nach...
