Tanz den Roboter
Zwölf Tage Theater, Podiumsdiskussionen und Kolloquien, Konzerte im kalten hannoverschen Nieselregen und ein Catering-Zelt im Festivalzentrum, das mitten im Hochsommer Punsch im Angebot hatte. Das waren die Theaterformen, das kleine, feine, niedersächsische Theaterfestival, das im jährlichen Wechsel mal in Hannover, mal in Braunschweig stattfindet.
Anja Dirks, die das Festival seit 2008 leitet (und einen Tag nach dem Ende der jüngsten Ausgabe ankündigte, dass sie ihren 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde), hatte Theatergruppen aus 15 Ländern, darunter Syrien, Griechenland, der Türkei und dem Iran eingeladen. Man schien ein bisschen stolz darauf, den Brennpunkten der Welt so nah zu sein. Die Mitglieder der türkischen Gruppe «Studio 4» um Regisseur Fatih Gençkal kamen frisch vom Taksim-Platz in Istanbul. Und das zeigten sie auch. Mit Tränengasschutzbrille, freiem Oberkörper und viel Theaternebel wurde heldenhaft Aufstand gespielt. Auffällig war der Hang zum Privaten: Die Schauspieler, die sich mit ihren echten Namen anreden, berichten von sexuellen Erlebnissen und erzählen, was sie so übers Leben und die Politik denken. Diese ins Exhibitionistische neigende Offenheit mag ...
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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 69
von Ronald Meyer-Arlt
So ein Haus am See wirkt sehr entspannend: Durchs riesige Panoramafenster weitet sich der Blick auf Blau und Grün, Wasser und Wald. Eine selige, blutdrucksenkende Ruhe breitet sich aus. Innen nur weiter Raum und helles Holz, minimalistische Sauna-Moderne. Noch vor ein paar Jahrzehnten hätte man sich bei diesem Anblick unsterblich angeödet und die abgelegene Ecke...
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