Inseln der Seligen

Nicolas Stemanns «Kommune der Wahrheit» und Philippe Quesnes «Swamp Club» bei den Wiener Festwochen

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120 Stunden, behauptet der nicht mehr ganz junge Mann im grauen Overall beflissen, hät­ten er und sein Team sich in der Halle E des Museumsquartiers eingeschlossen und unablässig dem Strom der Nachrichten ausgesetzt. Der Regisseur Nicolas Stemann begrüßt höchstpersönlich das Publikum seiner «Kommune der Wahrheit», die nun antrete, vorläufige Ergebnisse dieser anscheinend an Folter grenzenden Klausur zu präsentieren.

120 Stunden, das klingt, auch wenn es sich nur um fünf Tage und Nächte handelt, nach den 120 Tagen von Pasolinis «Salo» und Schlingensiefs «Bot­trop», nach Sadomasochismus, Entmenschlichung, grausamen Logiken. Nach einem Ort, der scheinbar anders tickt als der Rest der Gesellschaft, tatsächlich aber präzise dessen innerste Mechanismen freilegt. Doch 120 Stunden sind eben nicht 120 Tage, und dass in dieser Auftragskoproduktion zwischen Wiener Festwochen und dem Hamburger Thalia Theater die Brötchen ein paar Nummern kleiner gebacken werden, ist schon nach wenigen Minuten klar. Die «Kommune der Wahrheit», die mit ihrer «Wirklichkeitsmaschine» den «Informationsoverkill» der alltäglichen Nachrichten in «theatrale Energie» verwandeln will, ist weniger Kunst- und ...

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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Festivals, Seite 16
von Eva Behrendt

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