Sturz durch die Zeit

nach Mithu Sanyal «Antichristie» am Theater Dortmund

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Zeitreisen sind nichts für engagierte Menschen. Die wollen immer die Welt verbessern, was per se eine gute Sache ist. Aber bitte nicht, niemals, auf gar keinen Fall in der Vergangenheit! Weil, Problem: Jede kleine Veränderung in der Timeline kann dazu führen, dass die Zeitreisende nie geboren wird und folglich kollabieren Logik, Zeit, Raum, Universum.

Nun ist Durga, die Hauptfigur in Mithu Sanyals Roman «Antichristie», kein Mensch, der die Klappe halten, geschweige denn die Timeline in Ruhe lassen könnte.

Sie ist Drehbuch-Autorin und arbeitet eben noch in einem woken Londoner Writers Room an einer antikolonialen Agatha-Christie-Überschreibung. Da fällt sie, schwupps, durch die Zeit – und landet im Jahr 1906 sowie im Körper des jungen Bengalen Sanjeev.

Von da an schwappen die Krimi-Ideen aus Durgas Filmteam aufs Merkwürdigste in Sanjeevs Realität hinüber. Ebenso, wie dessen hitzige Diskussionen mit den Exil-indischen Revolutionären um Vinayak Damodar Savarkar (Luis Quintana), den späteren Begründer des Hindu-Nationalismus, in Durgas Welt.

Regisseur Kieran Joel inszeniert die unfreiwillige Zeitreise von Durga (Maya Alban-Zapata) in seiner Uraufführung am Schauspiel Dortmund als ...

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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Cornelia Fiedler

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