Liebe nach dem Seuchenknast

Lutz Hübner/Sarah Nemitz «The Drop» (U) am Schauspielhaus Düsseldorf

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Auf der großen Videoleinwand in der Bühnenmitte splittern Glasscherben, ein Martinshorn ist zu hören, später die Signale eines Überwachungssystems auf der Intensivstation. Dann singt eine weiße Gestalt die Arie «Piangerò» aus der Händel-Oper «Giulio Cesare in Egitto». Das Lied, in dem Cleopatra verzweifelt den vermeintlichen Tod Cesares beklagt.

Das muss man sich erst mal trauen, Barockopernmusik in ein Jugendtheaterstück einzuschreiben. Lutz Hübner und Sarah Nemitz scheuen sich nicht in ihrem neuen Auftragswerk für das Junge Schauspiel Düsseldorf: «The Drop».

Und weil die Deutsche Oper am Rhein zur Kooperation bereit war und die beiden Opernsänger:innen Katya Semenisty und Henry Ross geschickt hat, wirkt diese Idee auch nicht brachial über -gestülpt. Konstruiert bleibt es zwar, dieses Experiment. Aber das Ergebnis ist eine Polyphonie, die ziemlich gut und überraschend sensibel das unsicher-undefinierte Gefühlsleben junger Menschen wiedergibt, die einen Großteil ihrer Jugend an die Corona-Pandemie verloren haben.

Mit ihnen haben Hübner und Nemitz im Vorfeld Interviews geführt. Jugendliche, die damals 14, 15 Jahre alt waren und heute Sätze sagen wie: «Ich habe während der ...

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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Sarah Heppekausen

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