Studio Helsingör
Man kann es nicht mehr hören, das alberne Geraune um die mögliche Beteiligung der amerikanischen Regierung an den Anschlägen vom 11. September. Dadurch, so geht das Mantra linker Verschwörungstheorie, habe sich die Bush-Administration ihre geostrategischen Weihnachtswünsche endlich erfüllen und über Afghanistan und den Irak zur lang gehegten Weltumarmungsstrategie ansetzen können.
Deshalb ist es auch nur allzu verständlich, dass der Regierungschef genervt aus seinem Fernsehsessel aufrauscht und mit einem heftigen «Ich guck mir den Quatsch nicht länger an» die familiäre TV-Runde sprengt, als er sich im Kreis der Lieben eine der einschlägigen Fernsehreportagen ansehen soll. In jedem anderen Stück der Welt hätte der Mann einfach Recht. Nur leider war das gerade die «Mausefalle» aus Shakespeares «Hamlet», der kluge Politiker heißt Claudius und hat selbst jede Menge Dreck am Stecken.
In dieser Szene spielt sonst eine Schauspielertruppe dem königlichen Königsmörder sein Verbrechen vor, damit Hamlet sehen kann, ob der rachedurstige Geist des vergifteten Vaters auch richtig Auskunft gegeben hat. Nun war der ruhelose Dänenherrscher in Lars-Ole Walburgs Münchner Inszenierung seinem Sohn ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
So was nennt man wohl «schwierige Kindheit»: Wenn sich der Papa im Wohnzimmer mit der Klage «Mein Sohn, mein Sohn, warum hast du mich verlassen?» per Selbsttötungsmaschine an ein Holzkreuz nageln lässt, dann hat der 16-jährige Sohnemann sicherlich das Anrecht auf einen heftigen Knacks. Und wenn das Töchterlein im verwesenden Leichnam der Mutter heranwachsen muss,...
Geschlossen» signalisieren wuchtig schwarze Lettern auf dem Vorhang. Doch die Drohgebärde gilt, gelegentlich aufflackernden Prophezeiungen zum Trotz, nicht dem liebenswert winzigen Theaterchen mit seinen knapp 300 Plätzen zu Füßen der Heideksburg. Gemeint ist ein ehemaliger Schweinestall, irgendwo in einem gottverlassenen östlichen Landstrich, in Oliver Bukowskis...
Man könnte meinen, Katharina Schlender sei im Vorfeld ihres Stückes als Ermittlerin unterwegs gewesen und habe die Spuren eines tatsächlichen Mordfalles sichern wollen. Das Ganze ereignete sich 1999. Der Tote lag am Fuße der Göltschtalbrücke im Vogtland, und die Ermittlungsbehörden gingen zuerst einmal von Selbstmord aus. Sehr schnell wurde allerdings klar, dass...
