Studio Helsingör
Man kann es nicht mehr hören, das alberne Geraune um die mögliche Beteiligung der amerikanischen Regierung an den Anschlägen vom 11. September. Dadurch, so geht das Mantra linker Verschwörungstheorie, habe sich die Bush-Administration ihre geostrategischen Weihnachtswünsche endlich erfüllen und über Afghanistan und den Irak zur lang gehegten Weltumarmungsstrategie ansetzen können.
Deshalb ist es auch nur allzu verständlich, dass der Regierungschef genervt aus seinem Fernsehsessel aufrauscht und mit einem heftigen «Ich guck mir den Quatsch nicht länger an» die familiäre TV-Runde sprengt, als er sich im Kreis der Lieben eine der einschlägigen Fernsehreportagen ansehen soll. In jedem anderen Stück der Welt hätte der Mann einfach Recht. Nur leider war das gerade die «Mausefalle» aus Shakespeares «Hamlet», der kluge Politiker heißt Claudius und hat selbst jede Menge Dreck am Stecken.
In dieser Szene spielt sonst eine Schauspielertruppe dem königlichen Königsmörder sein Verbrechen vor, damit Hamlet sehen kann, ob der rachedurstige Geist des vergifteten Vaters auch richtig Auskunft gegeben hat. Nun war der ruhelose Dänenherrscher in Lars-Ole Walburgs Münchner Inszenierung seinem Sohn ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dieser Parzival ist ein Pumuckl. Nicht äußerlich, da sieht er eher aus wie Mogli aus dem Dschungelbuch, ein nacktes Jüngelchen mit windelartigem Schurz. Aber innerlich. Ein Lausbub von begrenztem Intellekt, dafür mit ausgeprägter Klabauterschläue. Ein sympathischer Egoist, der zwar von Gott redet als einem Baum, dessen Blatt er ist, für den in Wahrheit aber dieses...
Die Szene sieht stark nach Geisterbahn aus und könnte so auch als «Haunted House» in Disneyland durchgehen. Oder als Setting eines gruseligen Computerspiels. Ein langer Tisch zieht sich über die volle Bühnenbreite, an dessen oberen Enden zwei grotesk aussehende fette Kinder sitzen – links ein in schrilles Gelb gewandetes Mädchen (Corinna Beilharz) und gegenüber ein...
Man muss sich das Problem mit diesen arabischen Selbstmord-Terroristen ungefähr so vorstellen: Ein netter, gut aussehender blonder Junge mit einer ebenso netten, gut aussehenden blonden Freundin hat Ärger mit der Mama und Probleme, einen Praktikumsplatz zu bekommen. Dann trifft er im türkischen Bad ein paar in Saunatücher gehüllte Schauspieler des Maxim Gorki...
