Prinzip männliches Handeln

Simon Werle «Parabel Parzival»

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Dieser Parzival ist ein Pumuckl. Nicht äußerlich, da sieht er eher aus wie Mogli aus dem Dschungelbuch, ein nacktes Jüngelchen mit windelartigem Schurz. Aber innerlich. Ein Lausbub von begrenztem Intellekt, dafür mit ausgeprägter Klabauterschläue. Ein sympathischer Egoist, der zwar von Gott redet als einem Baum, dessen Blatt er ist, für den in Wahrheit aber dieses Blatt der eigentliche Stamm ist. Dass Tiere und Menschen sterben, wenn man zu fest draufhaut, dass es Regeln gibt und vielleicht ja sogar so etwas wie Gut und Böse, das weiß er nicht, das will er auch nicht wissen.

Er ist das verwöhnte Einzelkind, dem gefälligst die ganze Welt gehören soll. 

So also zieht er los, denn Ritter will er werden. Ohne Umwege, Ausbildung oder anderen Firlefanz. Am Hofe Artus erschlägt er erst einmal Ither und trägt fortan dessen Rüstung. Dann wird die Handlung etwas undurchsichtig, er rettet und verlässt die eine oder andere Frau, tötet den einen oder anderen Ritter, vergewaltigt hier und beantwortet dort die Frage am Eingang zum Gral nicht richtig – aber in diesem inszenatorischen Genuschel hätte man die richtige Lösung eh überhört.

Simon Werle, der verdienstvolle Übersetzer und Autor, hat den ...

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Theater heute Juni 2005
Rubrik: Chronik, Seite 40
von Florian Malzacher

Vergriffen
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