Stern sucht Gemeinschaft

Wenn die Worte nicht mehr ganz dicht sind: Miroslava Svolikovas «Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt» und Katerina Cernas «Wasser», zwei Uraufführungen in Wien

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In den vergangenen drei Jahren tourte die liebevoll gefakete Ausstellung «Domo de Eu­ropa Historio en Ekzilo» des belgischen Regisseurs Thomas Bellinck durch die Festivals, in der aus der Perspektive der nahen Zukunft auf die zerfallene EU zurückgeblickt wird. Ein ähnliches Szenario entwirft nun auch die Wiener Dramatikerin Miroslava Svolikova (geb. 1986) in ihrem zweiten Stück «Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt».

Schauplatz der 2016 mit dem vom Wiener Schauspielhaus vergebenen Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichneten Komödie ist ein bizarres EU-Museum mit läppischen Exponaten wie einem Kugelschreiber, mit dem irgendwelche Verträge unterschrieben wurden, oder dem angeblich ersten Stück Plastik des Kontinents. Und nein, an der Käseplatte darf man sich nicht bedienen: «Das ist eine historische Käseplatte.»
Es gibt – siehe Titel – eine sprechende Mauer, und auch der letzte Stern aus der Europa-Flagge geistert durch das Stück; er sehnt sich nach Gemeinschaft. Geleitet wird das Museum von einem Hologramm, und normalerweise gibt es keine Besucher. Heute aber sind gleich drei da, nämlich «Figur 1», «Figur 2» und «Figur 3». Die ...

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Theater heute März 2017
Rubrik: Neue Stücke, Seite 28
von Wolfgang Kralicek

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