Konzept
Der Erstkontakt mit dem Institut für Methode erfolgt aus sicherer Distanz: «Haben Sie intaktes Gedankengut?», möchte man auf der Homepage von der Besucherin wissen, bevor ihr der geheime Standort des Instituts samt individualisiertem Zugangscode zum Gebäude verraten wird.
«Könnten Sie genau jetzt ohne Sorge eine Gewissensprüfung ablegen?» «Haben Sie häufig systeminkompatible Impulse?» «Finden Sie sich körperlich kompliziert?»
Natürlich ist die (allzu) suggestive Neugier des Instituts für Methode nicht wirklich dazu angelegt, Momente authentischer Selbstbefragung zu initiieren. Vielmehr soll sie die interaktive Raum-Installation «Rhizomat» von Mona el Gammal bereits vorab mit der Fiktion einer totalitären Überwachungsinstanz aufladen, die dem Einzelnen qua forcierter (Selbst-)Optimierungspraxis «Gesundheit, Gleichheit, Glück und Gänze» verspricht. Indem es den digitalen mit einem analogen Kunstraum kurzschließt, der seine Besucher*innen bis zur völligen Distanzlosigkeit vereinnahmt, ist «Rhizomat» außerdem in geradezu programmatischer Weise geeignet, die neue Veranstaltungs- und Diskursreihe der Berliner Festspiele «Immersion. Analoge Künste im digitalen Zeitalter» zu eröffnen.
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Theater heute März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert
Premieren im März
Aachen, Grenzlandtheater
13. Zeller, Der Vater
R. Rüdiger Pape
Aachen, Theater
30. Soleimanpour, Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen (Theaterexperiment)
R. Ensemble
31. Capote, Frühstück bei Tiffany
R. Jan Langenheim
Aalen, Theater der Stadt
25. Lessing, Nathan der Weise
R. Tina Brüggemann
Altenburg/Gera, TPT
9. McNally, Meisterklasse
R. Kay Kuntze (Altenburg)
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Hinter der Rampe im kleinen weißen Kasten in der Box des Deutschen Theaters ein Abgrund, aus dem sich Hände recken, bevor sich drei Gestalten in Ganzkörper-Lederanzügen in abgestuften Brauntönen hochhangeln – das Unterirdische, jetzt kommt es nach oben.
Viel braucht András Dömötör nicht, um aus Alfred Jarrys 130 Jahre alter Despoten-Farce «König Ubu», entstanden aus...
Gut so. Ewald Palmetshofers Stück, ausgezeichnet mit dem Mülheimer Dramatikerpreis vor bald schon wieder zwei Jahren, erleidet offenkundig nicht das Schicksal vieler und selbst starker neue Theatertexte: einmal aufgeführt zu werden und dann nie wieder. Schon Anfang des vorigen Jahres hatte das Mainzer Theater in einigen Aufführungen die Koproduktion mit dem...
