Steckenpferdparade
Ab der übernächsten Spielzeit sollen Clara Weyde, Bastian Lomsché und Clemens Leander die Leitung des Leipziger Schauspiels übernehmen. Dass ihr Konzept, ein Haus zu leiten, funktioniert, haben sie in den letzten vier Jahren am Theater Magdeburg gezeigt. Auch auf der Bühne arbeiten die drei – die Regisseurin, der Dramaturg und der Kostümbildner – immer wieder zusammen: mit Mut zum Spagat zwischen alt und neu, aber auch mit viel Vertrauen in die komödiantischen Künste ihres Ensembles.
In Shakespeares Verwechslungskomödie «Was ihr wollt» hat Viola (Luise Hart) gerade ein Schiffsunglück überlebt, bei dem ihr geliebter Zwillingsbruder (Oktay Önder) ums Leben gekommen zu sein scheint. Gestrandet auf der Insel Illyrien, beschließt sie, sich als Mann verkleidet in die Dienste des dort herrschenden Herzogs Orsino (Robert Lang-Vogel) zu stellen, in den sie sich schnell verguckt. Der wiederum schmachtet zunächst die trauernde Gräfin Olivia (Marie-Joelle Blazejewski) an, die plötzlich ihre Gefühle für die verkleidete Viola entdeckt. Doch als deren tot geglaubter Zwillingsbruder, der ihr täuschend ähnlich sieht, plötzlich wieder auftaucht, scheinen die romantischen Absichten vollends ...
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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Anna Hoffmeister
Erzählt einander die Lebensbilder», das ist einer der Imperative am Schluss von Peter Handkes dramatischem Gedicht «Über die Dörfer». Lebensbilder zu erzählen, das scheint Roberto Ciullis Alterswerk im Theater an der Ruhr Mülheim zu sein. Szenische Porträts seiner Hausgötter und ihrer Propheten mit biografischer Information und bilderreichen Kommentar zu ihrem...
Im Dezember las ich einen Rückblick auf 13 Jahre Gorki in der «Süddeutschen Zeitung». Der Rezensent würdigte das Projekt «Geschichten von Menschen mit Migrationserfahrungen», lobte die Diversität des Ensembles und hob die in seinen Augen wichtigen Regiehandschriften und Inszenierungen und Themensetzungen hervor. Dabei fiel in einem kleinen Nebensatz auch die...
Ein bisschen erinnert er an JD Vance, dieser Anzugtyp, der da in Großprojektion auf dem Vorhang populistisch in der Menge badet, dabei straight und siegessicher in die Kamera grinst. Und dann auch wieder nicht. Zumindest scheint er nicht bedingungslos an brutale Remigrationsprogramme und identitäre Privilegien zu glauben. Der Ort der Geburt, ist der wirklich so...
